Kommunalpolitik „Großartige Hilfsbereitschaft“

Erwin Zoll 08.01.2018
Der Kreßberger Bürgermeister Robert Fischer hat am Sonntag beim Neujahrsempfang in Waldtann den Zusammenhalt in der Gesellschaft und in seiner Gemeinde in den Mittelpunkt gestellt.

Der 19. Neujahrsempfang der Gemeinde Kreßberg war wieder eine Heerschau des sozialen Lebens. Die Bedeutung der Kommune ließ sich an der großen Zahl von Vertretern aus Politik und Wirtschaft, von Behörden, Verbänden und Vereinen, Kirchen und Schulen ablesen. Neu in der Runde waren Jugendliche des Geburtsjahrgangs 2000, die in diesem Jahr volljährig und damit damit wahlberechtigt werden. Sie hatte die Gemeinde eigens zum Empfang in das Feuerwehrmagazin in Waldtann eingeladen.

Allen privaten und öffentlichen Unkenrufen zum Trotz sei es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland gut bestellt, sagte Robert Fischer. Auch die wachsende kulturelle Vielfalt stehe dem Gemeinsinn nicht entgegen. Der Bürgermeister verwies auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland, nach der die Region Heilbronn-Franken die besten Werte habe. Der Zusammenhalt sei für die Lebensqualität wichtig, erklärte Fischer.

Auch in der Gemeinde Kreßberg gebe es immer wieder Beispiele für den Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger, sagte Fischer und nannte an erster Stelle „die Vielfalt unserer Vereine“. Als Beispiele erwähnte er die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr, die seit dem vergangenen Weihnachten bereits sechs Einsätze hatten, und die Helferinnen und Helfer der Ganztagesbetreuuung in der Schule am Kreßberg.

„Ich erlebe auch immer wieder eine großartige Hilfsbereitschaft von Mensch zu Mensch“, sagte Fischer – Nachbarn, die für alleinstehende Senioren einkaufen oder bemerken, dass der Briefkasten nicht mehr geleert worden ist, oder die Besuchsdienste der Kirchengemeinden.

Neben den Zusammenhalt in der Gemeinde als einem „weichen Faktor“ stellte Fischer die „harten Fakten“, also die Entwicklung der Infrastruktur. „Unsere Infrastruktur ist intakt. Die Aufgaben der Daseinsvorsorge sind auf dem Laufenden“, betonte er. In diesem Zusammenhang erwähnte der Bürgermeister den Ausbau der Breitbandversorgung mit Glasfaserkabeln, in die drei Millionen Euro investiert werden und für die ein Zuschuss von zwei Millionen Euro bewilligt worden ist.

Mit dem Energieversorger ENBW ODR hat die Gemeinde außerdem die Versorgung mit Gas vereinbart. Das Gas und die Glasfaser ergänzten die Infrastruktur hervorragend und steigerten die Attraktivität der Gemeinde, sagte Fischer.

Das Gemeindeoberhaupt erinnerte auch an die Ausweisung des Baugebiets „Obere Schanze“ in Mariäkappel, mit dem erstmals nach mehr als einem Jahrzehnt wieder Bauplätze angeboten werden können. Die Nachfrage nach Bauplätzen ist so groß, dass alle 47 Plätze auf einmal erschlossen werden, und nicht, wie ursprünglich geplant, in drei Bauabschnitten. Eine neue Chance zur Schaffung von weiteren Gewerbeflächen habe die Gemeinde Kreßberg durch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fichtenau und die Gründung des Zweckverbands für das gemeinsame Gewerbegebiet erhalten, sagte Fischer, und er betonte: „Den Wert dieser Maßnahme werden wir erst in einigen Jahren zu schätzen wissen.“

Und dann gab es noch eine gute Nachricht, über die Fischer gleichwohl nicht ganz glücklich ist: Im vergangenen November ist der Zahl der Kreßberger Einwohner wieder über 4000 gestiegen. Wenn es dabei bleibt, muss die Gemeindekasse künftig von der Gemeindeprüfungsanstalt statt vom Landratsamt kontrolliert werden – und das kostet Gebühren, während die Kreisverwaltung die Kasse kostenlos prüft.