Landkreis "Gesetzeswerk bevormundet und gängelt"

CUS 04.11.2014
Die heimischen Landtagsabgeordneten blicken kritisch auf den überarbeiteten Entwurf zum neuen Landesjagdgesetz. Die Veränderungen reichten nicht aus. Die Zeichen stehen deshalb auf Ablehnung.

"Wenn das Motiv für das neue Jagdrecht die neue Bedeutung des Tierschutzes im Grundgesetz ist, dann ist es schlicht nicht nachvollziehbar, wieso ein wilderndes Haustier im Wald nicht mehr geschossen werden darf, sondern der Jäger dem Leid des Wildes zusehen muss", nennt Nikolaos Sakellariou (SPD) einen Grund, warum er das neue Landesjagdrecht für schlecht hält und in der Fraktion dagegen gestimmt habe. "Das von der Landesregierung postulierte Ziel, die Jäger in der Hege und Pflege zu stärken und Jagdschutz und Naturschutz zu versöhnen, ist mit dieser Gesetzesvorlage gescheitert", macht Helmut W. Rüeck deutlich (CDU). Das Gesetz sei so für die CDU-Landtagsfraktion nicht zustimmungsfähig, sagt auch Arnulf von Eyb (CDU), da insbesondere Eigentumsrechte nach wie vor massiv beschnittten und das eigenverantwortliche Handeln der Jäger stark eingeschränkt werden. "Das für die Praxis nicht taugliche Gesetzeswerk bevormundet und gängelt. Wir halten diese Eingriffe nach Artikel 14 des Grundgesetzes für verfassungswidrig", sagt Friedrich Bullinger (FDP). Der überarbeitete Entwurf enthalte "Verschlimmbesserungen". Eine absurde Annahme sei, dass man meine, die Wildschweinjagd mit 200 Meter Abstand vom Waldaußenrand praktizieren zu können. Bullinger fragt: "Was für Theoretiker waren da am Werk?"