„Kolonialwarenladen“ stand in Frakturschrift über dem kleinen Schaufenster. Darunter meist noch „von“ und dann kam nicht selten „Emma . . . “. Solche Lädchen gab es noch vor Jahrzehnten in jedem Nest. Dann kamen die Discounter und „Tante Emma“ ging. In Bächlingen  hat sich jetzt Gaby Bystricky getraut, ein solches Lädchen wiederzueröffnen. Es heißt „FairKauflädchen“ und logiert am Kelterplatz 8.

Auf wenigen, aber sehr gemütlichen Quadratmetern wird angeboten, was Oma schon vertraut war: Kaffeebohnen, Kakao, Tee, Reis, Schokolade, Öl, Wein. Neu sind exotische Brotaufstriche und Kunsthandwerk. Alles stammt aus der sogenannten „Dritten Welt“. Doch der Unterschied zu den „Kolonialwaren“ ist gewaltig, denn alle Produkte – es sind mindestens 200 verschiedene Artikel – stammen aus dem „Fair Trade“, dem fairen Handel, der die Erzeuger unterstützt, in dessen Zuge nicht nur vernünftige Preise für gute Qualität bezahlt werden, sondern der auch weitere Unterstützung leistet.

Hinter dem „FairKauflädchen“ steht die „Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt“ aus Wuppertal, kurz GEPA, als Lieferant. Die GEPA organisiert den Weg von den Erzeugern aus aller Welt zu den Händlern und  sichert vor allem durch Prüfungen, Zertifikate und Siegel die Herkunft und nachhaltige Erzeugung der Produkte ab. Denn die Verbraucher sollen dem „Fair Trade“ vertrauen können.

In Bächlingen ist seit dem Wochenende wieder Kaffee aus Honduras oder Mexiko zu haben – herrlich duftende Bohnen natürlich – oder Basmati-Reis aus dem Himalaya, Schokolade mit Mascobado-Rohrzucker oder Olivenöl aus Palästina. Gaby Bystricky bietet keine „Schnäppchen“ an. Aber zu jedem Produkt gehört eine Geschichte. Es sind Geschichten die Hoffnung machen. Von Kleinbauern am Ende der Welt in Peru die wieder eine Perspektive haben, von Kooperativen die plötzlich wieder von ihrer Arbeit leben können, von direkter Hilfe zur Selbsthilfe. So gewinnt der Begriff „Qualität“ eine neue Dimension. Nicht nur, dass der Verbraucher sicher sein kann, für gutes Geld Gleichwertiges zu erhalten; er weiß, dass seine Investition nicht in den Taschen von Großkonzernen versickert, sondern dort ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird.

Ein besonderes Augenmerk legt Bystricky auf die Gestaltung von exklusiven Geschenkkörben, die sie mit Liebe gestaltet. Dazu gehört natürlich unbedingt eine große Packung Kaffeebohnen. Man sollte rechtzeitig seine Kaffeemühle wieder aktivieren, es lohnt sich. . .

Info Das „FairKauflädchen“ ist mittwochs von 14 bis 19 Uhr und donnerstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet; gerne auch nach Absprache.