Landkreis / KARSTEN DYBA Zuwenige Fahrgäste, zuviel Aufwand: Aus der Stadtbahn nach Hall wird vorerst nichts. Nach der Enttäuschung bleibt die Frage: Was nun? Der Verkehr kann trotzdem verbessert werden, sagen die Fachleute.

Vier Planvarianten haben die Sachverständigen der Karlsruher Firma Transport-Technologie-Consult (TTK) untersucht - drei davon fielen durch. Für eine Verlängerung der Heilbronner Stadtbahn würden die Landkreise keine Förderung vom Land erhalten.

Der Untersuchung zufolge sei "der durchschnittliche Platzausnutzungsgrad mit sieben Prozent zu niedrig", erklärt Udo Sparmann von der TTK. Das heißt: Hat ein Zug 100 Plätze, sitzen meist nur sieben Fahrgäste drin. Insgesamt sind derzeit zwischen Öhringen und Hall täglich 1080 Fahrgäste unterwegs. Bis Neuenstein seien es 1400, bis Waldenburg 1200 und bis Hall 1010. Eine Steigerung der Zahlen sei nicht zu erwarten, bremste Sparmann die Hoffnungen der Anliegerkommunen. Dem gegenüber stehen hohe Kosten für die Infrastruktur.

Der dickste Brocken ist die Elektrifizierung zwischen Öhringen-Cappel und Hessental. Ein wesentliches Problem seien die Tunnels, in denen das Gleis tiefergelegt werden müsste, damit die Oberleitung Platz hat. 39,9 Millionen Euro würde die Elektrifizierung kosten. "Es wäre ein immens hoher Betrag, den man für eine einzige Strecke ausgeben müsste", betont Dieter Albrecht vom Verkehrsverbund Kreisverkehr. Auch der Betrieb verursacht Kosten - rund zehn Millionen Euro im Jahr. Das Land würde davon lediglich 6,8 Millionen Euro übernehmen. Der Rest bliebe an den Kreisen hängen.

"Das Ergebnis ist enttäuschend, aber realistisch", sagt Ingrid Kühnel, Chefin des Kreisverkehrs. Sie hängt aber nicht am Stadtbahnmodell: "Eine Stadtbahn nimmt unterwegs alle Milchkannen mit." Sie halte zu oft - die Fahrgäste aus dem Kreis Hall seien aber an schnellen Zügen nach Heilbronn interessiert.

Was bleibt? Sparmann plädiert für die abgespeckteste seiner vier untersuchten Varianten: Keine Stadtbahn, aber schnelle Verbindungen nach Heilbronn im Stundentakt und eine Sanierung der Haltestellen. "Wenn das sinnvoll ist, stehen wir dem offen gegenüber", sagt der Konzerbevollmächtige der Bahn, Eckart Fricke (siehe unten).