Fichtenau „Die Polizei wartet auf ein Signal“

„Unterbringung sehr beengend“: der Polizeiposten Fichtenau in Unterdeufstetten
„Unterbringung sehr beengend“: der Polizeiposten Fichtenau in Unterdeufstetten © Foto: Jens Sitarek
Fichtenau / Jens Sitarek 04.07.2018
In Fichtenau bahnt sich ein Umzug des Polizeipostens von Unterdeufstetten nach Wildenstein an. Der Gemeinderat begrüßt das Bekenntnis zur Gemeinde, fragt sich aber: Was kostet uns der Umzug?

Der Polizeiposten Fichtenau ist nicht nur für die Gemeinde Fichtenau zuständig, wie der Name suggeriert, sondern auch für die Gemeinden Kreßberg und Stimpfach. Der Polizeiposten heißt deswegen Fichtenau, weil er sich in der Gemeinde Fichtenau befindet – und das soll auch in Zukunft so bleiben. Allerdings bahnt sich ein Umzug an, wie in der Juni-Sitzung des Gemeinderates bekannt wurde: von der Marktstraße 10 in Unterdeufstetten neben der Arztpraxis nach Wildenstein ins Bürgerhaus, Marktstraße 2, in die ehemaligen Räume des Notariats, das Ende vergangenen Jahres aufgelöst wurde.

„Die Unterbringung ist für den Polizeiposten sehr beengend“, heißt es in der Sitzungsvorlage. In Unterdeufstetten fehle der Platz für einen weiteren Polizeibeamten oder einen Auszubildenden. Das Gebäude in der Marktstraße gehört der Gemeinde, die Polizei zahlt Miete. Der Mietvertrag datiert vom 4. Mai 2001.

Die Umzugspläne sind nicht neu. Der frühere Fichtenauer Dienststellenleiter Andreas Tremmel und dessen Crailsheimer Pendant Thomas Heiner hätten dem Vernehmen nach einen Umzug in Betracht gezogen und diesen gegenüber der Polizeiverwaltung vertreten. Dann machte sich Roland Eisele, der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Aalen, vor Ort ein Bild der Lage.

Präsident besichtigt Posten

„Dieser hatte im vergangenen Jahr eine Besichtigung des bestehenden Polizeipostens durchgeführt und seine Unterstützung für einen Umzug des Postens zugesagt“, so steht es in der Sitzungsvorlage. „Mensch, das wäre doch was für uns“ – diesen Satz vom Polizeipräsidenten hat Fichtenaus Bürgermeisterin Anja Wagemann noch abgespeichert.

Es blieb nicht bei einer Besichtigung durch die Polizei. Und dann? Die Antwort gibt die Vorlage: „Der Wunsch, in die bisherigen Räume des Notariats umzuziehen, wurde nun offiziell.“ Ganz im Sinne der Gemeinde. „Wir hätten großes Interesse daran“, so sagt es die Bürgermeisterin, und: „Hier hätten wir eine Nachnutzung, die wir sinnvoll finden. Und die Polizei bleibt bei uns.“

Ortsbaumeister Alfons Fischer stellte in der Sitzung erste Planungen des Architekturbüros Klaus Wagner aus Matzenbach vor. Konkret geht es um Erdgeschoss und Untergeschoss. Entstehen sollen eine Schleuse, drei Räume für Einsatzmanagement, Leiter und Sachbearbeiter sowie Lager, Umkleide, Verwahrraum und Teeküche. Ein Aufzug sorgt für Barrierefreiheit. Die Arbeiten könnten im September beginnen.

Der Gemeinderat befürwortete die künftige Unterbringung des Polizeipostens im Bürgerhaus, das Votum fiel einstimmig aus. Die Idee ist die, dass die Gemeinde wie in Unterdeufstetten die Räume an die Polizei vermietet. So soll der Umbau refinanziert werden. Für polizeispezifische Dinge kommt die Polizei auf, wobei die Frage noch nicht geklärt ist, was unter polizeispezifisch zu verstehen ist.

„Polizei im Zentrum, wunderbar“, entfährt es Gemeinderat Peter Trampert. Er habe aber „Bauchschmerzen bei den Kosten“, zudem sei der Architekt schon beauftragt worden. Es würde sich um eine „kleine Beauftragung“ handeln, entgegnet ihm die Bürgermeisterin. Die Bestandspläne hätten nicht gereicht.

Tramperts Amtskollege Martin Bleicher würde sich mit einer Zahl leichter tun, sagt er. Schließlich sei es ein Unterschied, ob man 20.000, 40.000 oder 100.000 Euro zahlt. „Da kommen leicht 100.000 Euro zusammen“, findet Gemeinderat Konrad Meiser.

Wagemann will „nicht einfach eine Zahl nennen“, sagt sie, „und dann kommt Stuttgart 21 bei raus. Die Schätzungen werden uns sonst um die Ohren gehauen.“ Es ginge ihr um den Grundsatzbeschluss und darum, „nach außen das Signal zu geben: Hier tut sich was. Die Polizei hat Ambitionen und wartet auf ein Signal.“

Amt für Vermögen und Bau prüft

„Reden wir über Sicherheit oder Geld?, fragt Gemeinderat Uwe Krautschneider und gibt die Antwort gleich selber: „Wir sollten froh sein, dass die Polizei dableibt. Erst müssen wir sagen: Wir wollen euch.“ Will die Polizei auch? Anruf beim Kommissariat in Aalen. Antwort: „Das Ganze liegt beim VBA, das muss prüfen.“ VBA ist das Amt Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Geprüft würden die Umbaumaßnahmen und, natürlich, die Kosten.

Bei der Einrichtung ließe sich immerhin etwas einsparen. Im ehemaligen Notariat stehen noch maßgefertigte Einbauschränke und Schreibtische herum, von denen die Gemeinde bis vor Kur­zem nicht wusste, dass sie ihr gehören. Die Polizei würde die Möbel gerne übernehmen, heißt es, die seien viel besser als bisher.

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