Rot am See Bartholomämarkt: „Da geht einem doch das Herz auf“

Da gibt’s – trotz Nieselregen – viel zu sehen: Auf der Wiese beim Beimbacher Festzelt stehen die historischen Schlepper aus unterschiedlichen Zeitepochen Seite an Seite.
Da gibt’s – trotz Nieselregen – viel zu sehen: Auf der Wiese beim Beimbacher Festzelt stehen die historischen Schlepper aus unterschiedlichen Zeitepochen Seite an Seite. © Foto: Oliver Färber
Rot am See / Oliver Färber 27.08.2018
Allein zum Schlepper- und Nutzfahrzeuge-Oldtimertreffen des Bartholomämarktes reisen bis Samstag­mittag fast 450 Teilnehmer nach Beimbach. Und im Festzelt gibt es keinen freien Platz mehr.

Beimbach, Samstag, 11 Uhr. Nieselregen bei 14 Grad. Doch dem Bartholomämarkt scheint das keinen Abbruch zu tun. Tok, tok, tok – das ist das immerwährende Geräusch auch in diesem Jahr, das die Traditionsveranstaltung nun zum 19. Mal begleitet. Alle im Dorf kennen mittlerweile das Geräusch der alten Dieselmotoren, wenn die Teilnehmer des Schlepper- und Nutzfahrzeuge-Oldtimertreffens anreisen. Und die lassen sich auch von den dicken dunklen Wolken am Himmel nicht abhalten.

Anreise ist übrigens auch das richtige Wort. Manche Teilnehmer verbringen Stunden am Steuer ihres historischen Traktors, um die Veranstaltung anzusteuern. 72 Kilometer ist diesmal die weiteste Strecke lang, die ein Fahrer zurücklegt. Und wer schon solch eine Reise macht, der will schließlich am Ort angekommen auch ein eigenes Dach über dem Kopf haben. So mancher großvolumiger Wohnanhänger stiehlt so dem kleineren Bulldog, der ihn zieht, fast die Schau.

Auf der großen Wiese jenseits des Festzelts stehen die Schlepper, hübsch nebeneinander. Der eine blitzt und blinkt, der nächste wirkt so, als hätte er seit den Jahrzehnten seiner Produktion nur ab und an einmal Wasser gesehen. Das älteste Modell ist 1916 gebaut worden – ein alter Deutz. Das Grundstück quillt fast über, so viele sind gekommen. „Letztes Jahr haben wir erstmals die 500er-Marke geknackt“, verrät Beate Meinikheim. Sie begrüßt mit ihren Kollegen Neuankömmlinge an der Anmeldung.

Auch diesmal hat die Veranstaltung, die Ortsvorsteher Karl Schüler vor 19 Jahren ins Leben gerufen hat, viel Interesse. „Im Moment haben wir 438 Anmeldungen“, berichtet Meinikheim gegen 12 Uhr. Und darüber sei man in Beimbach auch sehr zufrieden. „Wenn man das Wetter berücksichtigt“, fügt sie hinzu und blickt gen Himmel, wo sich die Wolken nicht verziehen.

Drunten im Festzelt geht es richtig rund: Es ist kein freier Platz mehr zu bekommen. Mitglieder der Zeltbewirtschaftung Schützenverein Beimbach, der Feuerwehrfreunde Beimbach, des Kellerclubs Lenkerstetten und des Dorfvereins Schlepper- und Maibaumfreunde Heroldhausen arbeiten Hand in Hand, um der hungrigen Gästeschar Herr zu werden. Nach dem Mittagessen wird der Stand der Landfrauen Beimbach-Gaggstatt belagert, die einen Kuchen nach dem anderen verkaufen.

Zusätzliche Bereicherung

Vor dem Zelt laufen der kleine Dorf- und Bauernmarkt sowie die Gewerbeschau. Für Kinder gibt es ein Karussell und Ponys. Auch die Salzknechte des Vereins Alt Hall aus Schwäbisch Hall sind gekommen. Unter dem Motto „Salzsieden im Brettachtal – Der Traum vom weißen Gold geplatzt“ geht es um das ehemals wertvollste Mineral im täglichen Gebrauch.

„Es ist interessant, so etwas zu erfahren“, meint Margarete Uhland. An den Stellwänden macht sie sich zusätzlich schlau. „So etwas bereichert den Bartholomämarkt beträchtlich, auch wenn er das nicht nötig hätte“, sagt die 63-Jährige und lächelt. Ihr Mann Werner zieht sie weiter: „Da steht ein Käfer“, ruft er und zeigt auf das Fahrzeug mit Geschichte.

Nicht nur Landmaschinenfans kommen nämlich auf ihre Kosten, Besitzer alter Autos sind auch mit ihren Wagen gekommen. Ein alter Mercedes mit Flossen am Kofferraum oder ein Triumph ziehen die Blicke auf sich. „Da geht einem doch das Herz auf“, meint ein strahlender Werner Uhland.

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