Kirchberg "Brauchen Flüchtlingskonzept"

Kirchbergs Bürgermeister Stefan Ohr begrüßte gestern den Kreistag in der Festhalle. Archivfoto: Hahn
Kirchbergs Bürgermeister Stefan Ohr begrüßte gestern den Kreistag in der Festhalle. Archivfoto: Hahn © Foto: HAHN_PEER3
Kirchberg / ANDREAS HARTHAN 20.05.2015
Die Unterbringung von Asylbewerbern war das Thema in der Kreistagssitzung gestern in Kirchberg. Vor der Sitzung besichtigten die Kreisräte das Adelheidstift, in dem bald Flüchtlinge wohnen werden.

Der Kreis muss immer mehr Flüchtlinge aufnehmen - inzwischen sind es 88 pro Monat. Laut Landrat Gerhard Bauer ist die Lage "sehr dramatisch". Umso mehr sehnt er den Abschluss der Modernisierungsarbeiten im Adelheidstift herbei. Dort sollen ab Juni Asylbewerber einquartiert werden. Bis zu 94 Menschen können in dem ehemaligen Kurheim des Roten Kreuzes, das vom Landkreis gekauft worden ist, untergebracht werden. Gestern machten sich die Kreisräte vor ihrer Sitzung ein Bild vom Stand der Bauarbeiten im Adelheidstift.

Auch im Grußwort von Kirchbergs Bürgermeister Stefan Ohr zu Beginn der Sitzung des Kreisparlamentes in der Festhalle nahm das Thema Flüchtlinge breiten Raum ein. Ohr nutzte die Gelegenheit, um Kritik am bisherigen Vorgehen des Kreises zu üben. Der Bürgermeister bedauerte, dass es im Kreis "kein abgestimmtes Flüchtlingskonzept" gibt und betonte: "Wir brauchen eines!". Mit dieser Forderung stieß er bei FDP-Kreisrat Dr. Friedrich Bullinger auf vollste Zustimmung. Bullinger verwies darauf, dass seine Fraktion schon seit Monaten ein solches Konzept einfordere und ärgerte sich gestern vehement darüber, dass Landrat Bauer keinerlei Anstalten mache, ein solches Konzept erarbeiten zu lassen. Er forderte Bauer energisch auf, das Thema Flüchtlinge "zur Chefsache zu machen". Bürgermeister Ohr richtete zudem die Bitte an den Kreis, "uns nicht zu überfordern". Wenn das Adelheidstift voll belegt ist, leben 124 Asylbewerber in Kirchberg, so Ohr.

Er nutzte aber auch die Gelegenheit, die Kreisräte auf die Attraktionen der "Tourismusgemeinde Kirchberg" hinzuweisen. Unter anderem sei die Stadt ein "Wanderparadies". Ohr machte darauf aufmerksam, dass zusammen mit dem Schwäbischen Albverein zehn Wanderwege neu ausgeschildert worden sind und sich unter diesen Wanderwegen drei neue befinden.

Kirchberg sei aber auch ein attraktiver Gewerbestandort. Ohr belegte dies mit der steigenden Gewerbesteuer. Die habe sich innerhalb von fünf Jahren "mehr als verdoppelt". Dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung geht es auch der Stadtkasse besser. Kirchbergs Bürgermeister hob hervor, dass die Verschuldung innerhalb von nur zwei Jahren um 1,2 Millionen Euro reduziert werden konnte.

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