In der jüngsten Sitzung des Kirchberger Stadtparlaments machte Bernhard Röder seinem Zorn über die maschinelle Auslichtung von Bäumen und Gehölzen auf einer Strecke von knapp vier Kilometern Luft: Der Ortsvorsteher von Lendsiedel wetterte über einen "Baum-Mord", der sich auf dem Areal des geplanten Windparks abgespielt habe. An den Zufahrten für die acht Windräder seien vor allem die Äste von Obstbäumen "völlig unsensibel und oft auch völlig unnötig" abgesägt und die Bäume damit zu "Ruinen" gemacht worden.

Grund für die Arbeiten ist das sogenannte "Lichtraumprofil" für den demnächst anstehenden Transport der mächtigen Stahlrohre für die Windmühlen-Türme: Auf gerader Strecke ist hierfür eine Breite von 5,85 Metern und eine Höhe von sechs Metern nötig.

Was Bernhard Röder und weitere Bürger ganz besonders auf die Palme bringt: In etlichen Fällen verlaufe die Schnittfläche an den zum Teil recht massiven Ästen nahezu waagrecht. "Da kann das Regenwasser nicht richtig ablaufen und dann setzt sich zerstörende Fäulnis in den Bäumen fest", sagt der Ortsvorsteher.

Die Geschäftsführer der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG fühlen sich dagegen völlig zu Unrecht an den Pranger gestellt. In einer schriftlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen verweisen Ralf Stier und Siegfried Thurau auf eine ganze Reihe von Ortsbesichtigungen, Auflagen und Vorgaben wie zum Beispiel in einem landschaftspflegerischen Begleitplan, der von einem externen Fachmann per "Umweltbaubegleitung" kontrolliert werde.

Der beauftragte Experte Simon Frädrich aus Ellwangen habe sich am Donnerstag ein Bild von den Arbeiten gemacht und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Rückschnitte "pfleglich durchgeführt und auf das erforderliche Mindestmaß reduziert" gewesen seien: "Auf die Bevölkerung wirken Rückschnittmaßnahmen oftmals etwas befremdlich, für den Erhalt der Gehölzstrukturen sind diese allerdings zwingend erforderlich."

Einen Fauxpas räumen die Geschäftsführer aber unumwunden ein: Aus Unkenntnis über die Besitzverhältnisse wurde die Motorsäge auch an einer Handvoll Bäume angesetzt, die nicht auf städtischem Grund stehen. Das Unternehmen habe sich beim Eigentümer für dieses Versehen entschuldigt. Zudem seien die Holzerlöse allesamt für einen gemeinnützigen Zweck bestimmt. Inzwischen machte der Kirchberger Bürgermeister Stefan Ohr einen Vorschlag zur Güte: Vor Ort sollen alle Beteiligten mitsamt Behördenvertretern "in aller Ruhe" besprechen, ob eventuell "Nacharbeiten" infrage kommen.