Mit dem Begrüßungssignal der Jagdhornbläser Schwäbisch Hall begann die Jahreshauptversammlung der Jägervereinigung Schwäbisch Hall in der Weinbrennerhalle in Untermünkheim. Begrüßung – und ebenso Abschied – war ein zentrales Thema der Versammlung: Kreisjägermeister Wilfried Ziegler legte sein Amt nach acht Jahren nieder. Ihm folgt Julia Winterfeldt nach, wie es in einer Mitteilung heißt.

Von ASP bis DSGVO

In seinem letzten Bericht zog Ziegler einen Querschnitt des vergangenen Jagdjahres: Die Vorstandschaft beriet über aktuelle jagdliche und allgemeine Themen. Neben der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Rückkehr des Wolfs waren die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), Fragen im Verhältnis zum Landesjagdverband, die Neubesetzung des Jägerprüfungsausschusses und die Baumaßnahmen am Schießstand Hasenbühl wichtige Punkte. Im Oktober 2018 startete ein Jungjägerkurs mit 23 Teilnehmern.

Auch im laufenden Jahr sind wieder einige Veranstaltungen geplant: ab April ein Hundeausbildungskurs, am 16. Juni ein Waldtag im Freilandmuseum Wackershofen sowie am 16. November die Hubertusfeier. Zum Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) betonte Ziegler, dass in der neu gegründeten Sachverständigengruppe ASP beim Veterinäramt Vertreter aller im Seuchenfall betroffenen Ämter mit Vertretern der Jägervereinigungen sachlich und zielorientiert zusammenarbeiten.

Zieglers letzter Jahresbericht endete mit dem Aufruf an alle Jäger, „die waidgerechte Jagd, Wild und Natur, unser Gemeinwesen und unsere Kultur nach Kräften und mit großer Geschlossenheit auch zukünftig zu fördern“.

Die neue Kreisjägermeisterin Julia Winterfeldt bezeichnete Ziegler als „Fels in der Brandung“. Mit großem Engagement habe er die Jägervereinigung Schwäbisch Hall ehrenhaft in allen Belangen vertreten und Gespräche mit verschiedenen Ämtern zum Meinungs- und Interessensaustausch gesucht. „Es waren für mich sehr gute Jahre. Ich möchte sie nicht missen“, so Ziegler.

In seiner Abschiedsrede gab er einen kurzen Rückblick auf seine Amtszeit. In diese fielen unter anderem der Kauf des Dillenweihers in Bühlertann, Podiumsdiskus-   sionen und verschiedene Aktionen zum neuen Landesjagdgesetz, Waldtage in der Region, Spendenaktionen und Jungjägerausbildungen. Hundekurse, Hubertusfeiern, Auftritte der Jagdhornbläser und viele weitere  kleinere Veranstaltungen prägten seine Amtszeit ebenfalls.

Einstimmiges Votum

Julia Winterfeldt wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig zur neuen Kreisjägermeisterin gewählt. Ihre Stellvertreter sind Gerhard Barthelmeh und Markus Weiß. Winterfeldt betonte in ihrer Rede, dass die Jägervereinigung von ihren Mitgliedern lebt: „Als Kreisjägermeisterin ist man nicht alleine. Mit allen Gewählten ist man ein starkes Team.“

Winterfeldt war seit 2016 stellvertretende Kreisjägermeisterin. Nachdem die 48-Jährige 2005 ihre Jägerprüfung in der Jägervereinigung Schwäbisch Hall erfolgreich ablegte, trat sie ihr erstes Ehrenamt als Obfrau der Jungen Jäger an. Bis 2016 war sie Jugendobfrau für LENA – Lernort Natur – und organisierte für zahlreiche Schul- und Jugendgruppen Waldexkursionen. Weiter war Winterfeldt bis dato Obfrau der Jagdhornbläser Schwäbisch Hall. Dieses Amt übergab sie an ihren langjährigen Bläserkollegen Wolfgang Eder aus Vellberg.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb forderte die Jägervereinigung sowie alle Mitglieder auf, am Verbandsleben teilzuhaben, denn die Lust am Ehrenamt lasse leider nach. „Machen Sie Werbung für Ihre Pas- sion, sonst macht es keiner“, appellierte von Eyb.

In Vertretung von Landrat Gerhard Bauer sprach der technische Amtmann Jens Beckmann, der selbst Jäger ist. Mit Blick auf einen drohenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest können Jäger in Baden-Württemberg seit 1. März einen Antrag auf Einsatz von Nachtsichtvorsatzgeräten stellen. Beckmann berichtete, dass ein solcher Antrag für 13 Reviere im Kreis einging. Er wies jedoch darauf hin, dass auch in Zeiten der starken Bejagung auf die Waidgerechtigkeit und die Einhaltung gesetzlicher Rahmen geachtet werden solle. Dies fand unter den Mitgliedern großen Zuspruch.

Verdiente Mitglieder

Neben zahlreichen Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften für 25, 40 und 50 Jahre in der Jägervereinigung Schwäbisch Hall wurden DJV-Verdienstmedaillen in Bronze und Silber vergeben sowie die Bläser-Verdienstnadel in Silber. Verabschiedet wurden die Mitglieder von den Jagdhornbläsern Schwäbisch Hall mit dem Bläsersignal „Auf Wiedersehen“.

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Weniger Abschüsse als im Vorjahr


Oliver Kraft präsentierte die Abschusszahlen der Jägervereinigung Schwäbisch Hall. Im Jagdjahr 2018/2019 wurden erlegt: 1149 Schwarzwild (Vorjahr: 1694), 2497 Rehwild (Vorjahr: 3239), 1078 Füchse (Vorjahr: 1200), 1925 Niederwild inklusive Fuchs (Vorjahr: 2137).