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Schwäbisch Hall / Viktor Taschner  Uhr
Der Hohenloher Mert Sipahi, ehemaliger Fußballer der Sportfreunde Hall, Ilshofen und Crailsheim, triumphiert mit dem TSV Weilimdorf im Finale um die deutsche Meisterschaft.

Das war Emotion pur. Es flossen sogar ein paar Tränen, denn es ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“ So beschreibt Mert Sipahi seine Gefühlswelt, als er am Samstag mit dem TSV Weilimdorf die deutsche Futsal-Meisterschaft gewinnt. Sipahis Mannschaft schlägt die leicht favorisierten HSV-Panthers in einem packenden Finale mit 5:4. Rund 1000 Zuschauer sehen die Partie in der Stuttgarter Scharrena.

Sipahi geht gehandicapt ins Endspiel. „Ich wusste schon vorher, dass meine Einsatzzeit nicht so viel sein wird. Ich hatte eine starke Rippenprellung.“ Der 28-Jährige wird in der ersten Halbzeit nur für drei, vier Minuten eingesetzt, in der zweiten Hälfte etwas länger. „Mit der zweiten Halbzeit war ich zufrieden“, sagt Sipahi. Beim Futsal, der offiziellen Hallenfußball-Variante der Fifa, sind fliegende Wechsel während des ganzen Spiels möglich. Es stehen vier Feldspieler und ein Torwart auf dem Platz.

Mert Sipahi steht zum ersten Mal mit der deutschen Futsal-Nationalmannschaft auf dem Feld.

Drei aus Hohenlohe im Team

Die letzten Sekunden verfolgt Sipahi von der Seite aus. Seine Mitspieler sind weit in die eigene Hälfte zurückgedrängt, weil die Hamburger ihren Torwart vom Feld nehmen, um in Überzahl im Angriff zu sein. „Ich wusste aber, dass wir das gut verteidigen werden“, so Sipahi, der schon für die Sportfreunde Schwäbisch Hall, den TSV Ilshofen und den TSV Crailsheim Fußball gespielt hat. Aktuell läuft er auf dem großen Feld für die TSG Öhringen auf, die an Pfingsten den Klassenerhalt in der Landesliga geschafft hat. Zum Weilimdorfer Futsal-­Team gehören zudem Torwart Philipp Pless, der in Crailsheim wohnt, und Jonathan Baur, der für den SSV Gaisbach Fußball spielt.

Deutsche Nationalmannschaft Futsal: Mert Sipahi in Aktion

Besonders für Pless verläuft das Finale kurios. Da sich Weilimdorfs Keeper Ivan Mladina schwer am Knie verletzt, kommt Pless Mitte der ersten Halbzeit doch zum Einsatz. Pless sichert dann mit einigen Paraden in der Schlussphase den Meistertitel. „Es hat mich sehr für ihn gefreut. Wir sprechen immer absolut ehrlich über unsere Leistungen“, erklärt Sipahi.

Nach dem Ablauf der Spielzeit (40 Minuten) bricht der Jubel bei den Weilimdorfern aus. „Wir standen noch lange auf dem Feld, haben Bilder gemacht und uns gegenseitig beglückwünscht. Danach ging es ins Vereinsheim in Weilimdorf, wo wir mit den Betreuern, Familien und Fans gefeiert haben.“

Gibt es eine Bundesliga ab 2020?

Für Mert Sipahi hätte das Futsal-Jahr 2019 bislang nicht besser laufen können. Im Frühjahr gab er sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft, nun der deutsche Meistertitel. Bleibt er auch nächste Saison in Weilimdorf? „Es stehen noch Gespräche an, aber auf beiden Seiten besteht das Interesse, die Zusammenarbeit weiterzuführen.“ Der TSV wäre wahrscheinlich eines der Gründungsmitglieder, wenn eine eingleisige Futsal-Bundesliga eingeführt wird, möglicherweise zur Saison 2020/21. Es wäre der nächste Schritt zu einer deutschen Profiliga, die es zum Beispiel in Spanien, Portugal oder Russland schon gibt.

Jetzt steht für Mert Sipahi der Urlaub an. Mitte/Ende Juli geht dann die Vorbereitung auf die neue Saison wieder los. Als deutscher Meister darf Weilimdorf dann im August sogar an der Champions-League-Qualifikationsrunde teilnehmen. Vielleicht erfüllt sich dann ein weiterer Traum für Sipahi.