Der sechsstreifige Ausbau der A 6 zwischen Weinsberg und der Landesgrenze zu Bayern betrifft auch die Gemeinde Wolpertshausen. Die Autobahn führt hier nach Ansicht der ortsansässigen Landwirte durch bestes Ackerland. Die Bauern kommen nicht umhin, Flächen für die Verbreiterung der Autobahn zu opfern. Das sieht auch Gemeinderat Markus Bezelberger so. Er bedauert aber, dass die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen wie die Pflanzung von Hecken, Feldgehölzen und Einzelbäumen ebenfalls auf ihren Feldern erfolgen sollen. „Da zieht sich dann ein Streifen von 30 bis 40 weiteren Metern Breite durch die Flur“, klagt er und wünscht sich, „dass die Ausgleichsflächen nicht auch vom Ackerland genommen werden, sondern zum Beispiel am Waldrand erfolgen, wo die Böden nicht so ertragreich sind“.

Lärmschutz wird gefordert

Bürgermeister Jürgen Silberzahn stimmte ihm darin zu und sieht klar, dass die Landwirtschaft hier doppelt belastet wird. „Mir wäre es auch lieber, die Ausgleichsflächen wären woanders“, sagte er. Der Gemeinderat war einstimmig dafür, diesen Aspekt in die neuerliche Stellungnahme der Gemeinde zum Planfeststellungsverfahren aufzunehmen.

Schon in den Jahren 2015 und 2016 hat Wolpertshausen effektive Lärmschutzmaßnahmen südlich der Autobahn vor allem im Bereich Hohenberg gefordert. Auch eine ausreichende Entwässerung der Fahrbahn sowie die Gewährleistung einer entsprechenden Reinigung des Schmutzwassers sind der Gemeinde wichtig.

Überlaufbecken wichtig

Gemeinderat Wilfried Blanc fürchtet, dass das Schmutzwasser auch weiterhin ungeklärt abgeleitet werden könnte und bei Starkregen der Dreck aus den Überlaufbecken ausgeschwemmt wird. Bürgermeister Silberzahn bedauert darüber hinaus, dass die Forderungen in Sachen Lärmschutz bisher keinen Eingang in die Planungen gefunden haben. Er sieht in der Anlage von funktionierenden Regenüberlaufbecken aber eine der wichtigsten Auflagen zum A6-Ausbau. „Es könnte ja auch mal bei einem Unfall Öl auslaufen, das dann aufgefangen werden muss.

Beide Forderungen, Lärmschutz und Schmutzwasserklärung, will der Gemeinderat erneut bekräftigen und dazu auch darauf bestehen, dass entlang der A6 erneuerbare Energien erzeugt und an Stromtankstellen an den Rastanlagen genutzt werden.

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