Künzelsau / Thomas Zimmermann  Uhr
Das Ärztehaus auf Schloss Stetten kommt schnell voran. Erster Bauabschnitt des 14-Millionen-Euro-Projekts.

Es soll jetzt ganz schnell gehen auf Schloss Stetten. Die ersten Seitenwände des Rohbaus sind eingezogen, Pfeiler ragen in die Höhe und die Bodenplatte ist fertiggestellt. Man kann förmlich zuschauen, wie das geplante Ärztehaus rasant in die Höhe wächst. „Der erste Bauabschnitt des 14 Millionen Euro teuren Projekts soll schon Weihnachten fertiggestellt sein. Er ist bereits voll vermietet“, betont Bauherr Christian von Stetten. Dann sollen auch zügig die beiden weiteren Bauabschnitte folgen. Auf den ersten Spatenstich für den Bau wurde verzichtet, dafür gab es am Freitagnachmittag ein Deckenfest.

Wichtige Ergänzung zur Residenz

„Für die ständig wachsende Seniorenresidenz ist das entstehende Ärztehaus eine enorm wichtige Ergänzung – umso mehr, seitdem feststeht, dass das Künzelsauer Krankenhaus bereits zum Ende des Jahres geschlossen wird“, unterstreicht Wolfgang von Stetten. Kernstück des Ärztehauses sind zwei Operationssäle, Behandlungsräume für Herzschrittmacher- und Herzkatheterpatienten, MRT und CT sowie mehrere Patientenzimmer. Auch ein Hubschrauberlandeplatz ist in einem zweiten Schritt vorgesehen.

Einzug halten wird dort die Praxis des Kardiologen Professor Dr. Christoph Karle, dessen Räume in der Amrichshäuser Straße längst zu klein geworden sind. Der Herzspezialist hat große Pläne. „Ich denke in den neuen Räumen an eine erweiterte ambulante Versorgung für Kassen- und Privatpatienten“, erläutert Karle. Über derartige Modelle werde in Deutschland inzwischen intensiv diskutiert, unterstreicht Karle, der jahrelang in der Versorgungsforschung unter anderem bei der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke in Berlin mitgewirkt hat.

Als Partner dafür sieht der Spezialist ein „nahe gelegenes Krankenhaus“. „Ich bin mir bewusst, dass ich für die Ziele, die ich habe, Partner aus der Industrie, der Ärzteschaft und dem Krankenhausbereich brauche“, unterstreicht er. Einige „sehr starke Partner“ habe er aber bereits im Boot, sagt Karle.

Auch Christian von Stetten möchte, dass vom neuen Ärztezentrum eine breite Wirkung ausgeht. „Im Prinzip wollen wir, dass alle Patienten hier behandelt werden können, auch die aus dem Jagsttal“, betont der 48-Jährige.

Für Stefan Neumann ist das neue Ärztehaus ebenfalls „eher eine Bereicherung“ für die Stadt. Mit Sorge schaut der Künzelsauer Bürgermeister dagegen auf die Situation beim geplanten Medizinischen Versorgungszentrum in der Innenstadt (siehe Info). „Ende des Jahres soll das Krankenhaus schließen, deshalb sollte jetzt schnell ein Konzept auf den Tisch“, fordert er. „Die Barmherzigen Brüder Trier und der Landkreis sind gefordert, dieses jetzt vorzulegen“, so Neumann weiter.

Wie rasant dagegen die Entwicklung auf Schloss Stetten verläuft, zeigt auch der Blick von der Baustelle des Ärztehauses wenige Meter weiter in die Ortsmitte der Residenz. Dort wurden gleichzeitig mit dem Deckenfest im Ärztehaus vier Häuser mit 36 großen Wohnungen und der größten Tiefgarage in Künzelsau mit immerhin 80 Stellplätzen eingeweiht.

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Krankenhaus schließt, MVZ soll öffnen

Das Krankenhaus in Künzelsau wird zum 31. Dezember dieses Jahres geschlossen und die akut-stationäre Versorgung dann in Öhringen konzentriert. Im Gegenzug hat der Kreistag des Hohenlohekreises beschlossen, dass auf dem Gelände der Klinik ein ambulantes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) entsteht. Dieses MVZ soll die allgemein- und fachmedizinische Versorgung sichern. Zum Basismodell sollen ergänzend Kurzzeitpflegeplätze, eine erweiterte Notfallversorgung und ein Komplementärmedizinisches Zentrum kommen. zim