Region 815.000 Euro in den Landkreis

Der Limes-Nachbau an der Ortseinfahrt von Mainhardt steht seit 2011. Er ist mit Zuschüssen aus dem Leader-Programm gebaut worden. Dafür hat die EU 24500 Euro locker gemacht. Die Gesamtkosten lagen bei 44500 Euro. Archivfoto: Oliver Färber
Der Limes-Nachbau an der Ortseinfahrt von Mainhardt steht seit 2011. Er ist mit Zuschüssen aus dem Leader-Programm gebaut worden. Dafür hat die EU 24500 Euro locker gemacht. Die Gesamtkosten lagen bei 44500 Euro. Archivfoto: Oliver Färber
KOR/CHG 10.09.2013
Das verbindende Element ist der römische Grenzwall Limes, immerhin seit 2005 Unesco-Weltkulturerbe. Seit sieben Jahren wird der ländliche Raum durch das Leader-Programm mit selbigem Namen gefördert.

"Die Leader-Förderung 2007 bis 2013 war erfolgreich", zieht der Vorsitzende der Förderkulisse Limesregion, Landrat Johannes Fuchs aus dem Rems-Murr-Kreis, Bilanz.

Die Kommunen zwischen Roigheim und Dörzbach im Norden sowie Alfdorf (Rems-Murr-Kreis) und Bühlerzell (Schwäbisch Hall) im Süden haben vor allem die Landschaft und die dörfliche Struktur gemein.

Genug, um seit 2007 gemeinsam als Limesregion bei der Europäischen Union um Fördergelder aus dem Leader-Topf zu kämpfen. Die Förderperiode geht zu Ende. Was ist erreicht worden?

Insgesamt wurden seit dem Start 2007 rund sechs Millionen Euro Fördergeld ausgezahlt, die Investitionen von 20 Millionen Euro angestoßen haben.

In den Landkreis Schwäbisch Hall sind 815.000 Euro Fördergelder von der EU in zwölf Gemeinden geflossen. Da diese nur gewährt werden, wenn die Projekte kofinanziert werden, gab es dazu 350.000 Euro Landesmittel. Die Summe der förderfähigen Ausgaben lag bei 3,5 Millionen Euro, die tatsächliche Investitionssumme ist noch höher. Bei Leader geht es nicht in erster Linie um die Sanierung alter Gemäuer, sondern um die Stärkung des ländlichen Raums, der Dorfgemeinschaft und der Wirtschaftskraft.

"Wir konnten auch Projekte fördern, die sonst nie zum Zuge gekommen wären", sagt Andrea Schilp, Leiterin der Leader-Geschäftsstelle Limesregion im Haller Landratsamt. Sie nennt beispielsweise die Limpurger Natur-, Traditions- und Zeitreisen. So konnten das Picknickparadies und die Traumwiesen in Sulzbach-Laufen mit vergleichsweise geringen 6700 Euro von der EU verwirklicht werden. Auch die ökologische Optimierung des Starkholzbacher Sees und seines Umfeld ist über Leader mit 27.500 Euro gefördert worden. Dazu sind private Vorhaben bezuschusst worden, wie die Modernisierung eines historischen Gebäudes für privates Wohnen in Uttenhofen oder die Modernisierung der Bären-Metzgerei zur Sicherung der Grundversorgung in Sulzbach. Auch der Generationentreff in Gnadental, ein Geh- und Radweg in Obersontheim, der Boden-Erlebnispfad Oberrot oder der Kocher-Jagst-Radweg sind bedacht worden.

Jetzt läuft die Förderperiode aus. Anträge können nicht mehr gestellt werden, die letzte Möglichkeit dazu war im Mai. Alle Projekte müssen bis März 2015 abgerechnet sein, erklärt Andrea Schilp.

Sie bedauert, dass der Landkreis aus diesem Topf künftig keine Zuschüsse mehr bekommen wird. Denn die Förderregion, in der derzeit 180.000 Menschen leben, soll künftig maximal 120.000 Einwohner umfassen. "Die Leader-Limesregion war ein geeignetes Instrument der Regionalentwicklung", lautet ihr positives Fazit.

Laut Landrat Fuchs habe Leader aber nicht immer nur Freude gemacht. Zu kompliziert sei das Verfahren, zu kompliziert auch die Kontrollmechanismen, die das Land Baden-Württemberg eingeführt habe, um sich nicht dem Vorwurf der Zweckentfremdung auszusetzen, merkt er an.

Letztlich führte das in Brüssel dazu, dass bei der Vergabe andere Regionen erfolgreicher gewesen seien, als die aus Baden-Württemberg.