Wüstenrot 750 Bürger verfolgen die Kandidatenvorstellung zur Wüstenroter Bürgermeisterwahl

Großes Interesse bei den Bürgern der Gemeinde Wüstenrot hat die Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl geweckt. In der Burgfriedenhalle in Neuhütten sind zusätzliche Stühle und Bänke aufgestellt worden. Foto: Mario Berger
Großes Interesse bei den Bürgern der Gemeinde Wüstenrot hat die Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl geweckt. In der Burgfriedenhalle in Neuhütten sind zusätzliche Stühle und Bänke aufgestellt worden. Foto: Mario Berger
Wüstenrot / SABINE FRIEDRICH 05.03.2014
Fünf Bewerber haben sich in der Burgfriedenhalle in Neuhütten den Bürgern präsentiert. Wahltag ist der 16. März. Noch-Bürgermeister Heinz Nägele wird den Chefsessel im Wüstenroter Rathaus im Mai räumen.

Mit diesem Ansturm hat die Gemeinde nicht gerechnet. Alle verfügbaren Stühle und Turnbänke werden herbeigeschafft. Doch das reicht nicht aus, die Tribüne wird geöffnet, und einige Wüstenroter sitzen sogar auf Tischen. Rund 750 Bürger wollen sich am Freitagabend in der Neuhüttener Burgfriedenhalle ein Bild von ihrem künftigen Bürgermeister oder Bürgermeisterin machen. Gewählt wird am 16. März.

Für alle fünf Bewerber ist die Kandidatenvorstellung eine Premiere. Der Tenor im Publikum, das sich aus allen Altersschichten zusammensetzt: Freude über das Bewerberfeld, auch wenn nur zwei der vier Männer und die Kandidatin vom Fach sind. "Das wird wohl interessant", mutmaßt Amtsinhaber Heinz Nägele angesichts der gefüllten Halle. Im Mai wird er seinen Chefsessel im Rathaus räumen. "Die Gemeinde kann nicht ganz uninteressant sein", so Nägele.

Mancher Zuhörer unkt, dass es einen zweiten Wahlgang geben könnte. Am Beifall lässt sich jedenfalls kein Favorit ausmachen. Der Applaus ist für alle in Länge und Stärke fast gleich.

Marc von Dapper-Saalfels (52), als erster am Mikrofon, richtet seinen Blick oft in die Reihen. Sein Vortrag ist solide, pointiert und gut verständlich. Er wechselt zwischen persönlicher Vita und Themenschwerpunkten, die er setzen würde. Wie Claudia Sack spricht der Diplom-Ingenieur aus Obersulm schon in der Wir-Form. Die 40-Jährige ist anfangs auch nervös, kommt dann aber besser in Fluss, wie die Bärenbronnerin selbst anmerkt. Hier und da, etwa bei Ausbildung und Aufgaben der Polizei, verliert sie sich in Details. Dass sie, wenn nötig, Klartext reden kann, nimmt man der Polizeihauptkommissarin aber ab.

Rolf Teschow (58) ist rhetorisch geschult und kompetent. Sein Auftritt ist wortgewaltig, der Inhalt aber oft zu komplex und theoretisch. Der Wirtschaftsberater aus Kirchardt kann den Dozenten nicht verbergen, verwandelt die Burgfriedenhalle in einen Hörsaal. Timo Wolf (38) ist der Gegenentwurf zum temperamentvollen Vorgänger. Beim Hauptamtsleiter aus Eigeltingen springt der Funke nicht über. Seinem Vortrag fehlt der Spannungsbogen, die einstudierten Gesten wirken künstlich - die geschlossene Faust, die Hand auf dem Herzen.

Nach eindreiviertel Stunden ist Fred Schelp (51) als Letzter an der Reihe. Mit einem Witz über die Westfalen bricht der Bielefelder Diplom-Verwaltungswirt sofort das Eis. Der Umweltwissenschaftler ist ein geschulter Redner, kompetent, strahlt Souveränität aus. Da erst wenige Tage vor Ort, fallen seine Ziele für Wüstenrot aber knapp aus. Bewerber Nummer sechs, Michael König von der Nein-Partei, ist nicht erschienen.

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