Ein Riesenprogramm? Charlotte Rehbach lächelt nur angesichts der gut dreieinhalb Stunden im Brunzenberger Hofcafé der Familie Schöll, in denen die Kandidatinnen und Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Kreistagswahl einzeln vorgestellt und dann in geheimer Wahl auf Wahllisten gesetzt werden: Als in Leipzig für die Europawahl nominiert wurde, erinnert sie sich, waren über tausend Mitglieder eineinhalb Tage lang beschäftigt.

Die Crailsheimerin Rehbach freute sich vor allem, dass sie nicht als Kandidatin gebraucht wurde, dass es auch so gelang, alle Listen zu füllen – und so stellte sie sich für die Aufgabe zur Verfügung, die Stimmen für alle sieben Listen im Landkreis auszuzählen. Der Lärmpegel war recht hoch in der Gaststube, zuzuhören war eine Frage der Konzentration. Wer an diesem Abend verhindert war, wurde von der Landtagsabgeordneten Jutta Niemann vorgestellt oder von Andrea Herrmann, Fraktionsvorsitzende in Hall. Die Kreisvorsitzenden Angelika Kreidler und Sebastian Karg leiteten die Versammlung, der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner moderierte und war gegen Ende der Veranstaltung ziemlich angeschlagen ob der Anstrengung, sich Gehör zu verschaffen.

Jeder Wahlkreis hat eine bestimmte Anzahl von Sitzen im Kreistag, so viele Namen sollten mindestens gemeldet werden, um der Fraktion alle Stimmen sichern zu können. Maximal dürfen eineinhalb mal so viele Kandidaten benannt werden. Schwäbisch Hall und Rosengarten erreichten diese Höchstzahl und halfen in einzelnen Fällen, die anderen Listen zu füllen. Dank des Frauenstatuts wird jede Liste von einer Frau angeführt, dann wechseln sich in der Regel Frauen und Männer ab.

Dass die Versammlung so harmonisch verlief, ist sicher dem Umstand geschuldet, dass die Platzierung auf einer Liste keine Rolle spielt, wie Angelika Kreidler versicherte, entscheidend sei die Zahl der Stimmen, die jeder oder jede erhalte. Es sei zwar denkbar, dass Wählerinnen und Wähler die ersten Namen einer Liste ankreuzen, viel wahrscheinlicher aber sei, dass nach bekannten Namen gesucht werde.

  • Schwäbisch Hall, elf Sitze, maximale Zahl von 16 Namen auf der Liste: Jutta Niemann, Willem Tette, Ruth Steinke, Joachim Härtig, Andrea Herrmann, Werner Feucht, Sarah Bergmann, Helmut Pfahler, Monika Jörg-Unfried, Thomas Öhrlein, Joanna Walter, Steffen Raach, Teresa Maier-Öhrlein, Ruben Krauß, Laura Hecker und Oliver Scherer.
  • Rosengarten, sechs Sitze, mit neun ist die höchstmögliche Kandidatenzahl erreicht: Elvira Probst-Lipski, Stephan Kemppel, Ursula Stahl-Scholz, Christine Straub-Pfeiffer, Katharina Blaser, Eberhard Marstaller, Inge Rathmann, Carsten Reinhard und Cornelia Funke.
  • Gaildorf, sechs Sitze: Katrin Singer, Karl-Heinz Lasch, Anja Frey, Beate Schaffitzel, Hannes Baur und Christa Dürr-Riemer.
  • Frankenhardt, sieben Sitze: Lea Geldner, Frank Eppinger, Susanne Otter, Joachim Koch, Bettina Drechsler, Klaus-Peter-Tepelmann und Christian Hellenschmidt.
  • Crailsheim, neun Sitze: Angelika Münch, Sebastian Karg, Sonja Hägele, Ralf Snurawa, Judith Hellenschmidt, Florian Walter, Alexander Kraft, Daniel Karg, Hans-Hermann Bartels.
  • Ilshofen, sechs Sitze: Claudia Kern-Kalinke, Gottfried Gronbach, Angelika Kreidler, Nils Bayer, Sigrid Bauer und Heike Johannsen.
  • Schrozberg, sieben Sitze, acht Bewerbungen: Nina Sohl, Hans-Joachim Feuchter, Bettina Lerch, Dr. Ulrich A. Kreutle, Antje Kunz, Martin Heinrich-Winkhaus, Lilian Junginger und Claus Krüger.

Einige neue Mitglieder

Sieben grüne Kreisrätinnen und -räte gibt es; rund 150 Mitglieder zählen die Grünen im Kreis, wobei jüngst etwa 20 neue Mitglieder begrüßt wurden, die vor allem der jüngeren Generation zuzurechnen sind. Der 71-Jährige, der sich als Urgestein bezeichnete, war ebenso unter den Kandidaten wie Parteimitglieder, die die Bio-Musterregion mit auf den Weg gebracht haben, oder ein Schüler, der meinte, seine Generation sei jene, „die in die Klimakatastrophe reinrauscht“: Aus diesem Grund engagiere er sich. Der verhinderte Hans-Joa­chim Feuchter, seit 30 Jahren Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft von Grünen und ÖDP im Kreistag, verband seine Bewerbung mit einer Bestandsaufnahme grüner Politik im Landkreis