Der Michelfelder Gemeinderat hat 15 Sitze. Gewählt wird in fünf Bezirken: drei im Hauptort mit insgesamt 2090 Wahlberechtigten sowie die Wahlbezirke Gnadental (726 Wahlberechtigte) und in Neunkirchen dürfen 228 an die Urne treten.. Sie haben am 26. Mai die Wahl zwischen 33 Kandidaten von drei Listen. Es treten elf Frauen und 22 Männer an. Der jüngste Kandidat, Stephan Coels von der Liste „Unabhängige Bürger“, ist Jahrgang 1996, der älteste ist Gerhard Bergius. Der Pfarrer im Ruhestand ist Jahrgang 1947 und tritt für die Liste „Aktive Bürger“ an.

Zurzeit die größte Fraktion

Die Liste „Unabhängige Bürger“ hat mit 15 Kandidaten die meisten Bewerber um einen Sitz im Gemeinderat zusammengekriegt. Derzeit stellt sie mit acht Räten die größte Fraktion im Gremium. „Wir haben sieben Kandidaten, die bereits im Rat sitzen, und acht neue Kandidaten“, sagt Listensprecher Martin Bauer. Bei der Gemeinderatswahl 2014 war der 56-jährige Landwirtschaftsmeister, der auch in Vereinen und der freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich aktiv ist, Stimmenkönig. Neun Kandidaten treten in den Michelfelder Bezirken an, und jeweils drei für die Bezirke Gnadental und Neunkirchen. Es handelt sich um drei Frauen und zwölf Männer. Günter Vogt tritt nicht mehr an.

„Wir geben uns keine feste politische Linie“, stellt Bauer klar. Jedes Fraktionsmitglied sei frei in seinen Entscheidungen. Daher gebe es seiner Meinung nach auch keine großen inhaltlichen Unterschiede zwischen den drei Listen. „Es ist aber eine gute Sache und auch unser Ziel, mehrere Listen zu haben“, so Bauer. In den kommenden Jahren sieht er vor allem das Thema Ortskernentwicklung als besonders wichtig an. Aber er nennt auch die Sanierung der Michelfelder Ortsdurchfahrt als heißes Eisen. „Das ist ja schon seit Jahren mein Anliegen“, so Bauer. Hier laufe es „sehr zäh“.

Überparteiliche Arbeit

„Die stehen ja nicht an der Straße und warten auf uns“, sagt Gottlieb Wieland zur Kandidatensuche für die Liste „Freie Bürger“. Zurzeit umfasst die Fraktion der Liste fünf Gemeinderäte. Man habe Wert darauf gelegt, auf der jetzigen Kandidatenliste Personen zu finden, „die die Bevölkerung Michelfelds darstellen“. Der Landwirt führt die Liste an, seit 2009 sitzt er im Gemeinderat. Neben ihm sind weitere neun Kandidaten dabei. „Wir verstehen uns als überparteilich und haben keinen Fraktionszwang“, sagt Wieland. Daher sei es auch schwierig, Kernthemen der Liste zu benennen. „Was auf jeden Fall Thema wird, ist die Wohnbebauung“, so Wieland. „Und dabei denke ich auch an Wohnungsnot und -Knappheit. Da muss man nicht erst Richtung Stuttgart schauen, das betrifft auch Gemeinden im ländlichen Raum.“ Die Ortskernsanierung Michelfeld will er nicht starr sehen: Man müsse in allen Teilorten für eine moderne Infrastruktur sorgen. Das bringt ihn auch auf das Thema Breitband: „Wir haben immer noch weiße Flecken.“ Diese müssten beseitigt werden, Breitband sei nun einmal ein wichtiger Standortfaktor.

Wallhausen

Die Liste tritt mit sechs Kandidaten in den Michelfelder Wahlbezirken an. Für Gnadental und Neunkirchen hat man jeweils zwei Kandidaten gefunden. Es kandidieren drei Frauen und sieben Männer. Volker Mauss tritt nicht mehr an.

Liste stellt sich neu auf

Zwei Sitze im Rat hat die Liste „Aktive Bürger“ derzeit. Von den jetzigen Mandatsträgern hat sich aber keiner erneut aufstellen lassen. „Ja, wir sind alle neu“, sagt Listenführerin Jutta Ambrosius. Sie sei von Sybille Oelschläger und Heinz Königsbauer angesprochen worden, ob sie sich vorstellen könne, für die Liste zu kandidieren. Das konnte sie. „Politik geht ja im Kommunalen los“, sagt die Betriebswirtin aus Gnadental. „Ich will mich da einbringen.“ Mit acht Kandidaten gehe man ins Rennen. Fünf treten im Hauptort an, zwei im Wahlbezirk Gnadental und eine Kandidatin im Bezirk Neunkirchen. Mit fünf Bewerberinnen hat die Liste den höchsten Frauenanteil bei der Michelfelder Kommunalwahl. „Wir sind ja froh, dass wir doch noch drei Männer gewinnen konnten“, so Ambrosius. „Und wir haben viele jüngere Kandidaten.“

Die Liste sei „bunter und schillernder“, sagt Ambrosius: „Wir wollen Leben in den Gemeinderat bringen.“ Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz lägen allen Kandidaten am Herzen. Man wolle sich auch dafür einsetzen, dass es zu den Überlegungen für eine Ortsumfahrung einen Bürgerentscheid gibt. Auch wenn das Thema noch nicht akut sei, sorge es doch für viel Gesprächsstoff. „So etwas will ich nicht als Rätin beschließen“, stellt sie klar.

In Michelfeld laufe es anders als in vergleichbaren Gemeinden, meint Ambrosius: „Allein, dass es drei Listen mit 33 Kandidaten gibt, ist doch schon der Hammer.“

Interesse an Kommunalpolitik

Das kann auch Bürgermeister Wolfgang Binnig unterschreiben: „Drei Listen in einer Gemeinde mit rund 3800 Einwohnern zeugen von großem Interesse an der Kommunalpolitik.“ Es zeige auch den Willen, „die Gemeindeentwicklung von Michelfeld mitzugestalten“.

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Kandidaten diskutieren auf dem Podium


Das Wahlforum in Michelfeld beginnt am Dienstag, 7. Mai, um 19 Uhr in der Steinäckerhalle. Auf dem Podium diskutiert Dr. Marcus Haas, Chefredakteur des Haller Tagblatts, mit Vertretern der drei Wahllisten. Einlass ab 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei.