Schrozberg 3000 Arbeitsstunden beim Jacobifest

Schrozberg / Erwin Zoll 11.07.2018
Die Stadtkapelle Schrozberg sorgt beim Sommerfest dafür, dass im Festzelt niemand hungern oder dürsten muss. Bei dieser Aufgabe wechselt sich der Musikverein Jahr für Jahr mit dem TSV ab.

Für Karl-Albrecht Wagner, seit 20 Jahren Vorsitzender des Musikvereins Stadtkapelle Schrozberg, ist eines klar: Ohne das Jacobi-Sommerfest könnte der Verein seine Ausgaben nicht bestreiten – vielleicht hätte er seine Arbeit schon längst einstellen müssen.

Der 1961 gegründete Musikverein fungiert seit 1976 als Jacobifestwirt. Bis dahin hatten sich die Schrozberger Gastwirte dabei abgewechselt, dann jedoch das Interesse daran verloren. In die Bresche sprangen die Musiker, und seit 1985 wechseln sie sich darin mit den Sportlern ab.

In Schrozberg hat sich nämlich eine klare Regelung eingespielt: Bei der Bewirtschaftung des Festzelts einschließlich des Biergartens vor dem Zelt wechseln sich die Stadtkapelle und der TSV jährlich ab. Der Verein, der gerade nicht an der Reihe ist, betreibt während des Jacobifests das Café in der Stadthalle.

„Für die Finanzierung unserer Arbeit spielt das Jacobifest eine sehr große Rolle“, sagt Karl-Albrecht Wagner im HT-Gespräch. Der Musikverein mit seinen 25 aktiven und 80 passiven Mitgliedern muss zum Beispiel ein Vereinsheim unterhalten, einen Dirigenten bezahlen und Leasingraten für Instrumente aufbringen. Was das Jacobifest für den Musikverein unter dem Strich abwirft, mag Wagner zwar nicht verraten, er gibt aber zu erkennen, dass sein Verein rund drei Viertel seiner Ausgaben damit bestreiten kann. Mitgliedsbeiträge und Spenden würden niemals ausreichen.

Der 69-jährige Karl-Albrecht Wagner, den viele Schrozberger „Waggi“ nennen, kennt das Jacobifest wie kaum ein anderer. 43 Jahre lang war er in der Stadtverwaltung tätig; bei dem Amtsinspektor sind in dieser Zeit alle Fäden des Traditionsfestes zusammengelaufen. Wer sich mit ihm über das Jacobifest unterhält, stellt schnell fest, dass er noch heute mit ganzem Herzblut bei der Sache ist. „Das Jacobifest bedeutet mir sehr viel“, sagt Wagner, „weil ich nicht ganz unmaßgeblich an seiner Entwicklung beteiligt war.“

Mit den Vorbereitungen für das Jacobifest beginnt Wagner bereits ein Jahr vorher. Rechtzeitig muss er Kontakte zu den Musikgruppen knüpfen, die im Zelt auftreten sollen, und spätestens an Weihnachten müssen die Verträge mit ihnen unter Dach und Fach sein. Dann folgen die Gespräche mit den Lieferanten, mit Bäcker, Metzer, Brauer.

Der Aufwand, den der Musikverein für das Jacobifest treibt, ist enorm. Rund 100 Helfer packen beim Aufbau, der Einrichtung und beim Betrieb des Festzeltes an. Dabei fallen rund 3000 Arbeitsstunden an. „Manche Helfer arbeiten von Freitag bis Montag von der ersten bis zur letzten Stunde durch und schlafen kaum“, erzählt Wagner. Ein Blick auf den Dienstplan zeigt, dass er selbst zu diesen eifrigsten Helfer gehört, die auf bis zu 120 Arbeitsstunden kommen.

Helfer arbeiten ohne Lohn

Es versteht sich, dass nicht alle Helfer aus dem Musikverein kommen können. Unterstützung finden die Musiker zum Beispiel bei den Wandergermanen, der Feuerwehr und dem TSV. Wagner gewinnt Helfer unter den Eltern seiner Nachwuchsmusiker sowie in seinem Bekanntenkreis – einzelne Lücken im Dienstplan schließen sich erst kurz vor dem Festbeginn. Von den Bedienungskräften abgesehen, die aus Bühlertann und Bühlerzell kommen, arbeiten alle Helfer ohne Entlohnung. Als Dank gibt es im Herbst ein Helferfest.

Zum Auftakt schießen die Böllerschützen Salut

Das Bier fließt am Freitag, 13. Juli, ab 18 Uhr aus dem Zapfhahn. Offiziell eröffnet wird das Jacobi-Sommerfest um 20 Uhr. Die Böllerschützen aus Gebsattel schießen Salut, Bürgermeisterin Jacqueline Förderer sticht ein Bierfass an. Höhepunkt des Festprogramms ist der Festzug, der am Sonntag um 13.30 Uhr beginnt und am Montag ebenfalls um 13.30 Uhr wiederholt wird. Eine lange Tradition hat die Jungviehprämierung, die am Montag um 8 Uhr ansteht. Unterhaltungsmusik ist an jedem Abend im Festzelt geboten. Dort spielen am Freitag die Hettstadter Musikanten, am Samstag die „Partyräuber“, am Sonntag die „Gräni Gang“ und am Montag die Band „Hally Gally“. erz

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