Wäldershub 30 Jahre Dorfgemeinschaft Wäldershub

Mitglieder der Dorfgemeinschaft vor und auf dem neu angeschafften Klettergerüst auf dem Spielplatz. Foto: Röhling
Mitglieder der Dorfgemeinschaft vor und auf dem neu angeschafften Klettergerüst auf dem Spielplatz. Foto: Röhling
Wäldershub / DANIELA RÖHLING 22.07.2013
Ein Dorf setzt Signale und ruht sich nicht auf öffentlichen Hilfen und Zuschüssen aus: Die Dorfgemeinschaft Wäldershub zeigt, wie es anders geht.

Vor 30 Jahren fiel der Startschuss zum ersten Dorffest der Wäldershuber - und bis heute ist dieses Fest sehr beliebt in der 200-Seelen-Gemeinschaft. "Wir wollten nicht um öffentliche Gelder betteln, sondern die Sache selber in die Hand nehmen", sagt Friedrich Schmidt, einer der Mitbegründer des Festes. Mit selber in die Hand nehmen meint Schmidt unter anderem den Bau des Spielplatzes hinter dem Schulgebäude und das Herrichten eines Bolzplatzes. Denn die Einnahmen aus dem vor 30 Jahren ins Leben gerufenen Dorffestes werden eins zu eins wieder in das öffentliche Leben in Wäldershub reinvestiert.

Den jungen Leuten muss schon was geboten werden, sagt Schmidt. Denn alles kostet Geld: die Fußballtore, die Spielgeräte und auch der extra angeschaffte Rasenmäher, der das Grün des Bolzplatzes bändigt. Den Mut und die Idee überhaupt eine Hocketse in Wäldershub zu veranstalten, hatten die Urgesteine Friedel und Heinz Späth, Werner Weibele, Isolde und Friedrich Schmidt. Ein Besuch der Truppe beim Feuerwehrfest in Espach brachte den Stein ins Rollen - denn: Warum so etwas nicht auch in Wäldershub etablieren? Im Mittelpunkt des Festes steht das Schulgebäude und zwar aus einem einfachen Grund wissen Isolde und Friedrich Schmidt sowie Viola Spät: "Wir haben hier keine Wirtschaft mehr, keinen zentralen Ort, wo das Dorf sich treffen kann." Mit der Renovierung des Schulgebäudes - Marke Eigenbau der Dorfgemeinschaft - wurde wieder ein Treffpunkt für Jung und Alt geschaffen. In der Küche werden für das Fest die Schnitzel gebrutzelt und der Kartoffelsalat gewürzt. Ein Gemeinschaftsraum dient einmal im Monat als Stammtisch. Aber auch sonst ist der Saal mit Leben gefüllt, weiß Schmidt. Etwa bei Fußballspielen, die wir auf den Beamer werfen, wie heute Abend, da spielen die deutschen Mädels gegen Italien, live in Wäldershub natürlich.