Modul 9 ist als nächstes dran. Der Fahrzeugkran hievt das riesige Holzteil nach oben. Per Funkgerät geben sich die Bauarbeiter Anweisungen. „Lass es langsam runter und stopp zwei Meter über dem Boden“, sagt einer zum Kranführer. Nur wenige Minuten später steht Nummer 9 an Ort und Stelle. Fünf weitere Module werden folgen.

Sie alle bilden den Neubau des Kindergartens Schultheiß-Huzele, der direkt neben dem Altbau entsteht. Später werden die beiden Gebäude miteinander verbunden sein. Der Startschuss für den 1200 Quadratmeter großen Neubau fiel im Oktober. Aufgrund der modularen Bauweise können die Räume laut Plan bereits im Februar bezogen werden. Die Außenfläche mit 900 Quadratmetern wird ab Frühjahr gestaltet. Für die Gemeinde belaufen sich die Kosten insgesamt auf 3,5 Millionen Euro abzüglich einer Förderung von 760.000 Euro.

Es gibt bereits eine Warteliste für die Kindergartenplätze

17,50 Meter lang, 3,50 breit, 3,40 hoch und 28 Tonnen schwer – gibt Bauleiter Markus Reindel von der Firma Farmbau aus Langenburg die Maße der Module an, die aus Betonbodenplatten und zum Großteil aus Massivholz bestehen. Sie wurden in Insingen im Kreis Ansbach hergestellt. Die Fußbodenheizungen seien unter anderem schon darin verbaut, erklärt Reindel.

Kindergarten Mainhardt Die Neubau-Module werden ausgeliefert

„Bisher haben wir alles nur auf Plänen gesehen“, sagt Mainhardts Bürgermeister Damian Komor bei einer Baustellenbesichtigung. „Nun die Module vor sich zu haben und den Bau mitzuverfolgen, ist schon spannend.“

Die Kinder und Erzieher beobachten vom Garten des Altbaus aus ebenfalls, was passiert. Und auch die Eltern, die ihre Kleinen abholen, werfen einen Blick zur Baustelle rüber, so zum Beispiel Claudia Wieland mit Tochter Katja. Die Mutter findet den Neubau richtig. „Es fehlen schließlich Plätze.“ Nämlich 60 Stück in der gesamten Gemeinde Mainhardt.

Im neuen Gebäude finden nicht nur vier Kindergartengruppen mit insgesamt rund 100 Kindern Unterschlupf, sondern auch jeweils zwei erste und zweite Klassen der Helmut-Rau-Schule Platz, da die Gebäude saniert werden (siehe Info).

„Es kommen neue Kinder dazu, es werden aber auch Gruppen vom Altbau rüberwechseln“, weiß Kindergartenleiter Marvin Göbel. Bereits jetzt gebe es für die neuen Plätze eine Warteliste. „Im Altbau werden die Kleinkinder bis drei Jahre betreut“, so Göbel.

Im Neubau gibt es drei Zwischenräume. Deren Ausbau steht als nächstes an. Der größte Teil mit 120 Quadratmetern, in der die Aula und der Bewegungsraum unterkommen, hat bereits ein Dach. Die beiden anderen fungieren als Mehrzweckraum und Speisesaal. Anschließend folgt die Innenausstattung. „Noch vor Weihnachten soll der Estrich verlegt werden, damit er über die Feiertage trocknen kann“, sagt Komor. Anfang Januar kommen die Möbel.

Rund 300 Schüler in Containern untergebracht


„Die Container werden von Schülern und Lehrern gut angenommen“, sagt Bürgermeister Damian Komor. Diese dienen als Ausweichquartier für die Zeit, in der die Helmut-Rau-­Schule saniert wird.

Die Arbeiten dauern bis 2023 an und kosten 17 Millionen Euro. „Die Zimmer, darunter Klassen- und Werkräume, sind hellhöriger und kleiner, aber es ist besser als während des Schulbetriebs zu sanieren“, so Komor. Die Container stehen am Römerkastell neben der Waldhalle. Rund 300 Schüler werden dort seit Herbst unterrichtet.

Die Helmut-­Rau-Schule in Mainhardt besteht aus vier Gebäuden. Von der Sanierung sind vor allem die ältesten Teile B und C betroffen. Momentan wird noch an den Außenanlagen gearbeitet. So wird zum Beispiel der Schulhof aufgegraben und der Verbindungsbau zwischen Schule und Sporthalle abgerissen. „Dort kommt eine Fluchttreppe hin“, sagt der Mainhardter Rathauschef. Bis März sollen 60 Prozent der Ausschreibungen für die weiteren Arbeiten vorliegen. ena