Vellberg 100 Prozent Zustimmung - Banken fusionieren

Zur Fusion gibt es keine Gegenstimmen. Im Bild das Votum zu einer Satzungsänderung, die die Fusion der beiden Banken nötig macht.
Zur Fusion gibt es keine Gegenstimmen. Im Bild das Votum zu einer Satzungsänderung, die die Fusion der beiden Banken nötig macht. © Foto: Sigrid Bauer
SIGRID BAUER 25.07.2013
Die Fusion ist perfekt: Die Raiffeisenbanken Vellberg-Großaltdorf und Oberes Bühlertal verschmelzen rückwirkend zum 1. Januar 2013. Die Mitglieder in Vellberg stehen voll hinter der Bankenfusion.

Den schwierigen Part als übernommene Bank hat die Raiffeisenbank Oberes Bühlertal schon vergangene Woche erledigt: 91,5 Prozent ihrer anwesenden Mitglieder waren für den Zusammenschluss zur Raiffeisenbank Bühlertal. In Vellberg habe er ein Ergebnis von 95 plus x erwartet, so der Vorstandsvorsitzende der Vellberger Raiffeisenbank Herbert Leicht nach der Abstimmung. Dass das Votum aber so überwältigend ausfallen würde, war doch überraschend. Kein einziger Genosse lehnte die Verschmelzung ab oder enthielt sich der Stimme. Entsprechend erleichtert und erfreut war die Leitung der Bank. "Ich bin richtig mitgenommen", gestand Vorstandsmitglied Horst Bißwanger, als sich die Spannung löste.

"Für die Prüfung brauchen wir keine 140 Tage"

Zuvor hatten er und Herbert Leicht die Vorteile einer größeren Genossenschaftsbank dargelegt: etwa mit mehr Eigenkapital größere Kredite vergeben zu können und durch Bereichszusammenlegungen dem Kostendruck von Direktbanken zu entgehen. Bei der aktuell guten Ertragslage sehe er die Chance, durch eine Fusion Kosten zu sparen und gleichzeitig die Qualität zu verbessern, so Leicht.

Alexander Hepperle, Wirtschaftsprüfer vom Genossenschaftsverband, weist auf weitere Einsparpotentiale hin: "Wir sind je 70 Tage mit der Prüfung der Vellberger Bank und der im Oberen Bühlertal beschäftigt. Für die fusionierte Bank brauchen wir sicher keine 140 Tage", meint er. Die Verwaltungsaufgaben, die der Gesetzgeber auch von regionalen Banken verlange, obwohl sie nicht von der Finanzkrise betroffen seien, hätten so stark zugenommen, dass auch er eine Bündelung der Kräfte für sinnvoll hält. Er nennt ein Kuriosum: Die kleine Genossenschaftsbank brauche einen Geldwäschebeauftragten plus Stellvertreter und müsse einen Geldwäschebericht abgeben ("der ist über 40 Seiten dick").

Leicht hatte bei der Generalversammlung mit kritischen Stimmen gerechnet. Denn die Situation der Raiffeisenbank Oberes Bühlertal ist schlechter als die der Raiffeisenbank Vellberg-Großaltdorf. Die Eigenkapitalquote liegt laut Wirtschaftsprüfer Hepperle deutlich unter der vergleichbarer Genossenschaftsbanken, sie sei angemessen und das Ergebnis des Geschäftsjahres 2012 zufriedenstellend, während die Vellberger Raiba eine gute Kapitalausstattung und eine ebenso gute Ertragslage habe.

Geschäftsjahr 2012