Stadtgespräch Evelyn Rupprecht über das Weindorf und sein Ende Viel zu kalt erwischt

Von Evelyn Rupprecht 01.09.2018

Meteorologisch beginnt der Herbst an diesem Wochenende mit Sturm und Drang, kulinarisch ist er heute indes schon wieder vorbei. Das Weindorf 2018, das ja – zumindest gefühlt – gerade erst angefangen hat, ist bereits wieder Geschichte, wenn am Samstagabend die Lauben dicht machen.

Viel zu schnell verabschiedet sich der Reutlinger Herbst, der knapp elf Tage lang Leben in die City gebracht hat. Freilich: Es war ein Weindorf wie so viele andere zuvor. Es war gemütlich, lecker – und manchem Gast war das, was auf den Speise- und Getränkekarten zu finden war, schlicht zu hochpreisig. Die Beschwerdeführer scheinen zum Weindorf zu gehören, wie das Viertele zum Flammkuchen. Den wenigsten dürfte dabei klar sein, welchen finanziellen Aufwand die Wirte Jahr für Jahr stemmen müssen. Zehntausende Euro haben einige von ihnen in letzter Zeit in neue Lauben investiert, damit die Biertisch-Atmosphäre endgültig verschwindet und sich entspanntes Gourmet-Feeling rund um die Marienkirche entfalten kann. Und nicht nur für die Lauben müssen die Weindorf-Macher kräftig ran ans Ersparte, sondern auch fürs zusätzliche Personal – zumal auch die gut einwöchige Auf- und Abbauphase noch ins Geld geht.

Wirten und Gästen würde man deshalb eigentlich Tag für Tag und Abend für Abend perfektes Hock-Wetter wünschen – das übrigens in der vergangenen Woche noch fast für die gesamte Weindorf-Dauer prognostiziert war. Leider ist es anders gekommen. Am Freitag hat nicht nur eine klamme Kälte, sondern auch ein ungemütlicher Nieselregen den Reutlinger Herbst überschattet. Was auch seine Vorteile hatte. Die Mecker-Fraktion hat sich nicht über die Preise, sondern übers Wetter ausgelassen. In diesem Sinne: Prost, bis zum nächsten Jahr.

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