Ausflügler lieben die Schwäbische Alb. Allein 79 Millionen Tagesgäste werden pro Jahr gezählt. „Die Zahl zeigt, wie attraktiv die Region ist“, sagt Louis Schumann, Geschäftsführer des Schwäbische Alb Tourismusverband (SAT). Über Nacht bleiben freilich deutlich weniger Besucher als das in anderen Urlaubsregionen der Bundesrepublik der Fall ist.

Damit die Erholungssuchenden künftig häufiger als bislang ein Bett in der Region buchen und damit auch länger verweilen, soll im kommenden Frühjahr eine Gästekarte eingeführt werden, die für die gesamte Schwäbische Alb und das Albvorland gültig ist. Touristen erhalten die Karte kostenlos, sofern sie eine Übernachtung buchen. „Im Prinzip ist es wie bei einem „All-inclusive-Urlaub“, erläutert Louis Schumann. Wie das Konzept im Detail funktioniert, hat er am Montag in Metzingen erläutert. Sein Tourismusverband betreibt das Projekt federführend, unterstützt wird der SAT dabei vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband und den Industrie- und Handelskammern der Region.

Gelten soll die Gästekarte für das gesamte Gebiet, das der Schwäbische Alb Tourismusverband abdeckt. Mit ins Boot geholt hat der SAT inzwischen auch den öffentlichen Personennahverkehr in seinem Gebiet. Ebenso warb der SAT um die großen Touristenmagneten der Region, wie die Outletcity Metzingen, die Bad Uracher Albthermen, die Bärenhöhle, das Biosphärenzentrum in Münsingen und das Gestüt in Marbach.

Auch aufs Smartphone

Urlauber, die eine Gästekarte vorzeigen können, erhalten bei allen teilnehmenden Partnern freien Eintritt. Die Angebote können die Urlauber auch mehrfach nutzen, wie Louis Schumann betont.

Ausgehändigt wird die Gästekarte von den Übernachtungsbetrieben, also den Hotels, Pensionen und den Ferienwohnungen. Wer möchte, kann sich die Karte auch aufs Smartphone laden, ähnlich wie bei einem Zug- oder Busticket. Bezahlt wird die Gästekarte vor allem von den Übernachtungsbetrieben, die sie über eine Umlage finanzieren. Geld kommt außerdem vom Land, das die Einführung mit einem Zuschuss fördert. Ebenso bringt der Tourismusverband SAT Geld ein.

Eine Gästekarte, die für ein derart großes Gebiet wie die Schwäbische Alb gilt, ist in der Bundesrepublik ein Novum.

Gästekarte Schwäbische Alb


Der Schwäbische Alb Tourismusverband (SAT) arbeitet seit 2017 an der Einführung einer Gästekarte für sein gesamtes Verbandsgebiet. Im April 2020 soll die Gästekarte eingeführt werden. Ziel ist, die Zahl der Übernachtungen und die Verweildauer der Besucher zu erhöhen sowie mehr Urlauber in die Region zu locken. Die Gästekarte ist für die Touristen kostenlos. Ausgehändigt wird sie in den Übernachtungsbetrieben. Die Karte ermöglicht freien Eintritt in alle beteiligten Einrichtungen wie etwa Museen, Bäder, Burgen oder Höhlen. Weil sich auch alle Tarifverbünde, die es im Verbreitungsgebiet des SAT gibt, dem Projekt angeschlossen haben, können die Urlauber viele Busse und Bahnen kostenfrei nutzen. Im Augenblick beteiligen sich 90 Übernachtungsbetriebe und 55 so genannte Leistungspartner am Konzept. Derzeit läuft die Akquise weiterer Übernachtungsbetriebe, außerdem wird um weitere Leistungspartner geworben. Finanziert wird die Karte überwiegend von den teilnehmenden Übernachtungsbetrieben, die sie über eine Umlage finanzieren.