Ferienprogramm Mit Meißel und Hammer ans Katzengold

Im Schieferbruch begaben sich die Ferienprogrammkinder auf Fossiliensuche.
Im Schieferbruch begaben sich die Ferienprogrammkinder auf Fossiliensuche. © Foto: Privat
Pfullingen / swp 03.09.2018

„Wie haben Flugsaurier gelebt und warum riecht eine mit dem Meißel aufgespaltete Schieferplatte nach Erdöl?“ Das waren nur zwei von vielen Fragen, die sich über 50 begeisterte Kinder aus Engstingen, Lichtenstein, Pfullingen und Sonnenbühl bei dem traditionell von der Regionaldirektion Pfullingen der Kreissparkasse und dem Geschichtsverein Pfullingen organisierten Ausflug im Rahmen des Pfullinger Kinderferienprogramms stellten.

 Mit dem Bus ging es bei hochsommerlichen Temperaturen zunächst nach Holzmaden in das Urwelt-Museum der Familie Hauff, das größte private Naturkundemuseum Deutschlands. Gleich zu Beginn gingen die Jugendlichen bei einer beeindruckenden multimedialen Einführung auf Zeitreise – vor 180 Millionen Jahren befand sich im Bereich der heutigen Schwäbischen Alb das Jurameer, und damit waren die jungen Besucher in der Urwelt angekommen.

Schnelle Flugsaurier

Hautnah konnten sie im Rahmen von zwei fachkundigen Führungen die Lebenssituation der damaligen Bewohner des Jurameers nachvollziehen und waren überrascht, wie wendig und schnell Flugsaurier, Urzeitkrokodile und Schmelzschuppenfische damals unterwegs waren. Staunend betrachteten die Jugendlichen die vielen Details der präzise aufbereiteten Funde, wie etwa die in 18-jähriger Arbeit präparierte „Seelilienkolonie“, die weltweit größte bislang gefundene Ansammlung. Nach diesem abenteuerlichen Ausflug in die Urwelt hatten sich alle ihr Mittagessen mehr als verdient.

Nach einer Fahrt in die Nachbargemeinde Ohmden und einer ersten Einweisung durch den Besitzer des dortigen Schieferbruchs, Kurt Kromer, waren die Jugendlichen nicht mehr zu halten.

Mit Meißel und Hammer ausgerüstet, ging es voller Spannung hinunter in die Grube des Schieferbruchs. Und tatsächlich sind die jungen Fossiliensucher gerade in diesem Steinbruch vor allem durch seitliches Aufspalten der dort gebrochenen Schieferplatten ziemlich schnell fündig geworden: Katzengold, Ammoniten, Belemniten und Muscheln, in großen und kleinen Platten versteckt liegend, kommen als so genannter „Schwäbischer Ölschiefer“ meist etwas ölig riechend ans Tageslicht und beflügeln den Steinsammlertrieb immer wieder von Neuem.

 Schwer beladen im wahrsten Sinne des Wortes machte sich der Reisebus mit zufriedenen Ausflüglern auf den Rückweg. Auf der Heimfahrt rundete ein durch das KSK-Betreuerteam um Ute Jestädt und Sandra Siller sowie durch Martin Fink vom Pfullinger Geschichtsverein vorbereitetes Quiz mit vielen Preisen einen sonnig-heißen und erlebnisreichen Tag ab.

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