Pfullingen Segelflug: Mit geistlichen Segen hoch hinauf

Die neue „e-Lise“: Die Taufe des Segelflugzeugs feiern Claudia Marianowski, Matthias Seehuber (rechts) und Prädikant Peter Junker.
Die neue „e-Lise“: Die Taufe des Segelflugzeugs feiern Claudia Marianowski, Matthias Seehuber (rechts) und Prädikant Peter Junker. © Foto: . Foto: Jürgen Herdin
Pfullingen / Von Jürgen Herdin 12.09.2018

Das neue Segelflugzeug „e-Lise“ kann jetzt auch mit geistlichem Segen in die Lüfte gehen. Das Fluggerät mit einem zusätzlichen, kleinen Elektromotor gehört dem Luftsportverein Reutlingen (LVR). Und der feierte am Wochenende zusammen mit den anderen Vereinen auf dem Übersberg auch das 30-jährige Bestehen der Flugsportvereinigung Übersberg (FSVÜ). Mit dabei waren also auch  die AKA-Flieg aus Tübingen, die Flugsportgemeinschaft (FSG)  Heinkel (Stuttgart) und die FSG Pliezhausen.

Ein Vorzeigeverein

 Am Samstag gab es Reden zum Festakt und ein großes Fest. FSVÜ-Vorsitzender Jens Deininger durfte hierzu auch den Präsidenten des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes, Eberhard Laur, begrüßen. Der lobte den FSVÜ als „Vorzeigeverein“ vor allem auch für die landesweiten „Airgames“ für junge Luftsportgegeisterte.

Bei sechs von acht Airgames hatten sich die Veranstalter bislang für den Übersberg als Austragungsort entschieden. Er sei eben „das schönste Fluggelände auf der Schwäbischen Alb“, so Deininger. Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk durfte mit Hans Walliser (93) auch ein Gründungsmitglied der Flieger begrüßen. Seit  60 Jahren gibt es die Pachtverträge fürs Gelände. Der Platz sei überdies ein Aushängeschild mit überregionaler Bedeutung, so Schrenk. Womöglich könnte es bald auch ein Lernangebot für Pfullinger Schüler in Sachen Segelflug geben.

 Sehr gut seien die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit dem FSVÜ, so Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum. Er lobte die hohe Verlässlichkeit und das gegenseitige Vertrauen. Im Gegenzug dankte das Ehrenmitglied des Vereins, Werner Heidrich, den beiden Kommunen, den Hausherren des Übersbergs. Heidrich appellierte an das weitere Vorantreiben der so erfolgreichen Jugendarbeit.

 Am Sonntag feierten dann die Vereine und ihre Gäste einen ökumenischen Gottesdienst mit Prädikant Peter Junker. Er hatte vor rund 100 Teilnehmern beziehungsreich den Psalm 36 aufgenommen: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.“

 Nach dem Segen ging es um die „e-Lise“. Der Täufling ist ein Leistungs-Segelflugzeug vom Typ „Discus“ und hat eine Spannweite von 18 Metern.

Und woher kommt der Name „e-Lise“? Matthias Seehuber, der Vorsitzende der Luftsportvereins Reutlingen (LVR), verwies auf den gemeinsamen Einsatz zum Erhalt des Elisenwegs, der den Luftsportbegeisterten stets ein großes Anliegen war.  Das ist die rund acht Kilometer lange Auffahrt zum Übersberg, wo sich der Flugplatz und das Heim der vier Vereine befinden.

Sanierung für 1,3 Millionen Euro

Das Gelände gehört den Kommunen Pfullingen und Lichtenstein. Diese Auffahrt, wichtig auch für das Gasthaus Übersberger Hof und Erholungssuchende, muss derzeit für rund 1,3 Millionen Euro saniert werden. Wer zu den Fliegern und zum Gasthof will, muss noch bis Ende des Jahres über den Lichtensteiner Göllesberg anfahren.

Vorangestellt wurde dem Namen des neuen Segelflugzeugs das „e“, weil es sich auf den in ihm verbauten (Hilfs)-Elektromotor bezieht. Den brauchen die Piloten beispielsweise bei schlechter Thermik, um Außenlandungen abseits der Flugplätze zu verhindern.

 Seehuber lobte den Luftsportverein Reutlingen für seine hervorragende Jugendarbeit, namentlich die Leiterin dieser Sparte, Jugendleiterin Claudia Marianowski. Von 100 aktiven Mitgliedern des LVR sind derzeit 39 Flugsportler unter 25 Jahren. Allein der LVR stehen mittlerweile sieben Segelflugzeuge zur Verfügung, davon zwei mit motorischer „Heimkehrhilfe“. Hinzu kommen zwei Motorsegler und ein Ultraleichtflugzeug.

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