Auf fast allen Tischen der rund 90 Aussteller fanden die Besucher mehr oder weniger große Gebinde mit Desinfektionsmitteln vor. Nein, das Thema Coronavirus wollte nach den Warnungen vor großen Menschenansammlungen beileibe niemand wegdiskutieren. Doch die Stadthalle der zweitägigen Gesundheitsmesse war von Beginn an gut gefüllt.

Schwerpunkte: Fitness, Wellness und Gesundheitsvorsorge

Und so lobte Reutlingens Finanzbürgermeister Alexander Kreher eingangs auch, dass diese Messe trotz aller Unsicherheiten über die Bedrohungslage stattfinde. Neben ihm waren auch VHS-Geschäftsführer Dr. Ulrich Bausch und Friedemann Salzer von der Geschäftsführung der  Kreiskliniken zur Begrüßung gekommen, um ein Treffen zu eröffnen, das sich alle zwei Jahre der Themen Fitness durch Bewegung, Wellness – sowie der Gesundheitsvorsorge besonders annimmt.

So gab es zum Auftakt von Spezialisten des Reutlinger Kreisklinikums im Kleinen Saal jede Menge Anregungen und Informationen zum Themenbereich Rückenschmerzen. Unter anderem berichteten Dr. Frank Andres, er ist Chefarzt der Klinik für Neurologie, sowie Prof. Dr. Stephan Clasen, der seit Kurzem Chefarzt des Instituts für Radiologie ist.

Und wie können die Menschen solchen Leiden schon früh begegnen, also dem krummen Rücken und Bandscheiben-Leiden vorbeugen? Wieselflink und mit allerlei Prospekten im Gepäck wuselten zahlreiche Anbieter von speziellen Fitness-Trainings durch die Halle. Freilich durften da auch die Krankenkassen mit ihren Gesundheits-angeboten nicht fehlen.

Pflegedienste und Selbsthilfevereine vor Ort

Ebenso ging es um kleine und große Hilfsmittel zur Vorbeugung und zur Therapie. Beim großen Markt der Informationen und Möglichkeiten waren auch Pflegedienste und Selbsthilfevereine präsent. Über die Rehabilitation wurde gesprochen  – und die Fachvorträge und Mitmachaktionen fanden ein interessiertes Publikum und regen Zuspruch.

Die Gesundheitsbranche in all ihren Facetten und Produktpaletten war stark vertreten, so auch ein Anbieter der nicht gerade billigen Treppenlifts für die eigenen vier Wänden. Da gebe es eben nicht nur „das eine Unternehmen“, das hier Lösungen anbietet. Wolfgang Boyn aus Mössingen freute sich dabei nicht ohne Grund, „dass die Leute in der Fernsehwerbung sensibilisiert werden – dann aber bei uns in der Region einkaufen“.

An Tipps über kleine und komplexere Einrichtungen zum barrierefreien Wohnen mangelte es ebenfalls nicht. Pröbchen gab es von Anbietern von Cremes, Salben und sonstigen Beautyprodukten; nicht zu vergessen die Stände, an denen die Besucher über gesunde Ernährung aufgeklärt wurden.

Jedoch standen die zahlreichen Desinfektions-Sprays an den Ständen sinnbildlich für das Thema, das uns womöglich das gesamte Jahr über beschäftigen wird: der Coronavirus und seine unberechenbare regionale Verbreitung. Nolens volens reichten sich die Leute weniger die Hand, als es ihrem ritualisierten Höflichkeitsempfinden entspricht.

Rund 6000 Besucher

Wie überhaupt Menschen, die sonst gerne einmal über Hypochonder schmunzeln, sich momentan selbst beim Gedanken ertappen, dass sich der Virus ja nicht vorher anmeldet, nicht riecht, nicht schmeckt. „Aber an den Ständen hier wird ja auch kräftig aufgeklärt“, berichtete Philipp Steinhauser. Indes: Es kamen etwas weniger Besucher als sonst, so der Macher der Messe vom Veranstalter Mattfeldt + Sänger aus Kempten; etwa 6000 statt 7000 im Jahr 2018.

Kein guter Name fürs Bier


Bewegung, Fitnessübungen, gesunde Ernährung – und aufs Gewicht achten: Immerhin ist bekannt, dass hierbei Bier auch negative Wirkungen zeitigt. Dazu  passt die Meldung aus Mexiko, dass eine Brauerei aktuell Umsatzeinbrüche von fast 40 Prozent hat. Deren Gerstensaft heißt, wie sollte es anders sein,  „Corona“. jhe