Rommelsbach / swp  Uhr

Heiß her ging es am kürzlich am Rommelsbacher Feuerwehrgerätehaus, als die Klasse 8b des Albert-Einstein-Gymnasiums Reutlingen die Feuerwehrabteilung Rommelsbach besuchte. Der stellvertretende Klassenlehrer und Referendar Dominik Schwarz, der in der 8b auch Chemie unterrichtet, ist selbst aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Rommelsbach und organisierte eine Rallye im Gerätehaus zum Thema „Brandschutz“, das auf dem Stundenplan der 8b stand.

Die Kameraden unterstützten

Gezeigt wurden – freilich durch die erwachsenen Mitglieder der Feuerwehr, die ihrem Kameraden hilfreich zur Seite standen – die verheerende Wirkung einer Fettexplosion, also der Versuch des Löschens von brennendem Öl oder Fett mit Wasser, und die Wirkungsweise eines Schaum-, Kohlenstoffdioxid- und Wasserlöschers. Als die erfahrenen Kameraden Tim Schultze, Marc Müllerschön, Nils Aicher und Pascal Wezel, die Dominik Schwarz unterstützten, vorführten, was ein Feuerwehrmitglied in den Innenangriff mitnehmen muss, staunten die Schüler nicht schlecht: „Boah, das geht doch gar nicht! Das ist doch viel zu viel!“

Die Ralley im Gerätehaus war Teil einer wissenschaftlichen Arbeit von Dominik Schwarz mit dem Thema „Außerschulischer Lernort oder Klassenzimmer – Ein Vergleich am Thema Brandschutz“. Dabei werden zwei achte Klassen parallel unterrichtet, eine in der Schule im Klassen- beziehungsweise Chemiefachraum, die andere bekam den Brandschutzunterricht im Gerätehaus. Die Lernerfolge wurden jeweils ausgewertet.

Die Schüler zeigten sich sehr zufrieden mit der Exkursion zur Feuerwehr. „Bei den verschiedenen Versuchen im Gerätehaus haben wir gelernt, welche Stoffe brennbar sind und welche nicht, wie man Feuer durch bestimmte Stoffe löschen kann. Außerdem haben wir eine sehr interessante Führung um das Feuerwehrauto und im Gerätehaus bekommen“, berichten die Schüler. Und weiter: „Der ganze Tag war total koordiniert und interessant und mal etwas anderes. Deswegen danken wir Dominik Schwarz, Tim Schultze, Pascal Wezel, Marc Müllerschön und Nils Aicher für den sehr lehrreichen, interessanten und schönen Tag.“

Enormer Mehraufwand

Die Auswertung der Lernerfolge wird vor allem im kommenden Schuljahr stattfinden, wenn Schwarz mit seinen Schülern die Einheit „Luft, Sauerstoff und Oxide“ behandeln wird. Dann wird sich zeigen, ob der Unterricht vor Ort oder im Klassenzimmer mehr hängen geblieben ist. „Mein Eindruck bis jetzt ist aber, dass die Exkursion das Interesse an der Feuerwehr mehr geweckt hat als der ähnlich gestaltete Unterricht in der Klasse, was natürlich daran liegt, dass der Unterricht in einem neutralen Fachraum und nicht im ,coolen Gerätehaus’ stattgefunden hat“, berichtet Schwarz. Die Nachteile sind für den Referendar aber auch offenkundig: „Was man auch nicht verschweigen darf, ist der enorme Mehraufwand, den so eine Exkursion bereitet.“

Nachwuchswerbung für die Freiwillige Feuerwehr

Die Exkursion der Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums war für die Feuerwehr eine gute Gelegenheit, sich zu präsentieren. Schließlich sucht insbesondere die Freiwillige Feuerwehr stets nach engagierten Nachwuchskräften, die sich ehrenamtlich für die Sicherheit ihrer Mitbürger einsetzen wollen. In Reutlingen gibt es rund 70 Berufsfeuerwehrleute, die im Schichtdienst verfügbar sind, sowie 400 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr – Referendar Dominik Schwarz ist selbst Feuerwehrmann in Rommelsbach.