Skulptur Ein Symbol für Weiblichkeit und Stolz

Die „Urmutter“ ist jetzt mitten im Ort am Türmle zu finden.
Die „Urmutter“ ist jetzt mitten im Ort am Türmle zu finden. © Foto: Gabriele Böhm
Eningen / Gabriele Böhm 12.09.2018

Zu einem regelrechten Großevent am Denkmaltag machten Hunderte von Zuschauern die Einweihung der Skulptur „Urmutter“. Vom Garten des Eninger Künstlers Eduard Raach-Döttinger, der sie 1984 schuf, war sie auf die Rasenfläche am Türmle versetzt worden.

„Es ist eine phänomenale Resonanz“, sagte Bürgermeister Alexander Schweizer. 2017 sei das Grundstück am Türmle, einst Teil eines privaten Lustgartens, eröffnet worden. Pavillon und Turm seien 1905 von Albert Rall geschaffen worden. Inzwischen habe man auch zwei Bänke, stilistisch zum Jugendstil-Pavillon passend, aufgestellt. „Im Herbst 2018 wird noch ein Baum gepflanzt, im nächsten Jahr ist Blumenschmuck vorgesehen.“  Schweizer dankte dem Sohn des Künstlers für die gute Kooperation. „Mittlerweile hat die Gemeinde Einiges aus dem Familienarchiv erworben“, berichtete er. „Raach-Döttinger hat durch den Bärenbrunnen, die Akrobaten vor der Günther-Zeller-Halle und den Seelöwen im Freibad das Eninger Erscheinungsbild maßgeblich geprägt.“

„Eduard Raach-Döttinger hatte keine Scheu davor, einen sinnlich-üppigen Frauenkörper darzustellen“, sagte Andrea Bachmann aus Tübingen, die die Eröffnungsrede hielt. Die „Urmutter“ sei wie alle Arbeiten des Künstlers, überzeugend in ihrer Ruhe, Gelassenheit und Vereinfachung und ein Symbol für Mütterlichkeit, Weiblichkeit und Stolz.

Der Eninger Künstler habe in der gesamten Region Aufträge bekommen und allein 24 Brunnen für den öffentlichen Raum geschaffen. „Seine Arbeiten bleiben immer verständlich, aber sie sind niemals banal“, befand die Kunsthistorikerin. Der gelernte Steinbildhauer sei 1950 nach Eningen gezogen. Stein, vor allem der schwarz-grüne Diabas habe sich zu seinem Lieblingsmaterial entwickelt. „Er hat seine Skulpturen im Dialog mit dem Material direkt aus dem Stein herausgeholt, ohne vorher ein Modell angefertigt zu haben.“ Kennzeichnend seien archaisch-schlichte, elementare Formen. 1974 gab es in Pliezhausen die bisher einzige Werkschau des Künstlers.

Für den musikalischen Rahmen der sonntäglichen Veranstaltung sorgte das swingende Clemene-Wittel-Trio.

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