Cleebronn Zwei Priester aus Cleebronn geben den Dienst auf

Cleebronn / SUSANNE YVETTE WALTER 11.02.2016
In Cleebronn quittierten in den vergangenen Jahren zwei Geistliche ihren Dienst, weil sie mit dem Zölibat nicht zurecht kamen. Xaver Steidle und Stefan Fischer sind nur zwei Beispiele.

Immer wieder kommt es vor, dass Pfarrer, die sich eigentlich für ein Lebenskonzept im Sinne des Zölibats entschieden haben, merken, dass sie diesen Weg nicht weitergehen wollen. Den Kurs zu korrigieren kann einen langwierigen und schwierigen Prozess nach sich ziehen. Vor einigen Jahren schon ging Xaver Steidle, ehemaliger Leiter des Jugend- und Tagungshauses Michaelsberg bei Cleebronn, diesen Weg und in jüngerer Zeit entschied sich der Cleebronner Jugendpfarrer Stefan Fischer ebenfalls, einen neuen Lebensweg einzuschlagen.

Im Jahr 2009 hat Xaver Steidle seinen Bischof Gebhard Fürst um die Entlassung gebeten, da er mit den Konsequenzen seines Versprechens der Enthaltsamkeit nicht zurecht komme. Nach einem langen und schwierigen Prozess ist Steidle heute immer noch im Dienste der katholischen Kirche, allerdings nicht mehr als Priester. Zu den Gründen, die zu seinem Entschluss geführt haben, möchte sich Steidle auch heute noch nicht äußern, weil er froh ist, diesen schwierigen Weg endlich hinter sich zu haben. Er leitet heute katholische Tagungshäuser.

Stefan Fischer war Jugendpfarrer des Dekanats Heilbronn-Neckarsulm. Er teilte in einem Gottesdienst auf dem Michaelsberg im September 2015 öffentlich mit, dass er sein Priesteramt zugunsten der Liebe vorerst nicht mehr ausüben will. Diesen Schritt habe er sich reiflich überlegt, hieß es damals, wobei auch Fischer sich heute nicht im Detail darüber äußern will. Im Frühjahr 2011 hatte Bischof Gebhard Fürst den 35-jährigen Stefan Fischer im Dekanat Heilbronn-Neckarsulm zum Jugendpfarrer ernannt. Dazu kam ein Teilauftrag in der Seelsorgeeinheit Zabergäu auf dem Michaelsberg bei Cleebronn.