Kirchheim Zentrale Lage für Demenz-Wohngruppe

Kirchheim / SUSANNE YVETTE WALTER 24.06.2013
Die Kirchheimer Verwaltung befasst sich mit dem Gedanken, eine weitere Einrichtung für Demenzkranke zu bauen. Die Schillerstraße bietet sich als Standort an.

Die Idee zu einer weiteren Demenz-Gruppe entstand aus gemeinsamen Überlegungen der Diakonie- und Sozialstation Bönnigheim, die auch von der Gemeinde Kirchheim mitgetragen wird, und der Verwaltung. Erklärtes Ziel der Diakonie- und Sozialstation: Jede der drei Mitgliedsgemeinden Bönnigheim, Kirchheim und Erligheim soll eine eigene Einrichtung unterhalten. In Bönnigheim sitzt die Diakonie- und Sozialstation selbst und die Betreuung der dort neu entstandenen Seniorenwohnanlage. In Erligheim besteht seit Jahren die Tagespflegeeinrichtung, ebenfalls verbunden mit der Betreuung der Seniorenwohnungen. Da läge es nahe, die Einrichtung für Demenzkranke im gemeinsamen Verwaltungsraum nach Kirchheim zu legen.

Der Betreuungsform Wohngruppe (Senioren-WG, Pflege-WG, auch im stationären Bereich) kommt, so die Tendenz, ebenfalls eine immer größere Bedeutung zu. "Der Vorteil einer Wohngruppe liegt klar im geringeren Personalschlüssel. Die Wohnform ist dadurch günstiger als etwa ein Pflegeheim, weil dabei auch die Familien stärker eingebunden sind", erklärte Bürgermeister Uwe Seibold die Hintergründe. Daher erledigte sich der Gedanke an eine weitere Tagespflegeeinrichtung oder gar an ein Pflegeheim von selbst. "Eine Demenz-Wohngruppe für 12 bis 15 Bewohner ist eine sehr zukunftsorientierte und moderne Betreuungsform", betonte Seibold in der letzten Sitzung des Gemeinderates, als das Thema zur Sprache kam. Den Betrieb könnte die Diakonie- und Sozialstation übernehmen, so die logische Schlussfolgerung.

In Absprache mit der Verwaltung wurden verschiedene Standorte in Kirchheim untersucht. Der Standort in der Schillerstraße gegenüber der Raiffeisenbank Kirchheim-Walheim eG erweist sich als einziger als realistisch - kurzfristig realisierbar und finanzierbar. Die zentrale Lage ist ein großer Pluspunkt. Als einzigen Nachteil bringe der Standort mit, dass er nur einen kleinen Außenbereich hat. Die Verantwortlichen in der Diakonie- und Sozialstation sehen darin allerdings kein Problem, da Demenzkranke erfahrungsgemäß eher ein gesichertes und "heimeliges" Umfeld bevorzugten und hierzu eine große Gartenanlage nicht notwendig sei.

Für die Verwaltung wäre denkbar, dass die Gemeinde Kirchheim die Investition übernimmt und an die Diakonie- und Sozialstation oder direkt an die Bewohner weitervermietet. Dabei könnte eine Win-Win-Situation entstehen: Die Gemeinde verfügt über Stiftungsmittel, die zur Zeit nur wenig Erträge abwerfen. In einer Immobilie wären die Stiftungsgelder sicherer und ertragsreicher angelegt, als bei herkömmlichen Anlageformen.

Der Kirchheimer Gemeinderat stimmte jetzt dem Vorhaben zu, die Realisierung der Demenz-Wohngruppe in der Schillerstraße zu forcieren. Voruntersuchungen werden jetzt eingeleitet. Voraussichtliche Kosten für den Bau und die Einrichtung der Demenz-Wohngruppe: 1,05 Millionen Euro.

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