Gemmrigheim Zehn Jahre Gemmrigheim-Trigono: Partnerschaft mit tiefen Wurzeln

Am 11. Oktober 2003 besiegelten Monika Chef und Pashalih Goutkidis die Partnerschaft.
Am 11. Oktober 2003 besiegelten Monika Chef und Pashalih Goutkidis die Partnerschaft. © Foto: Gemeinde Gemmrigheim
MICHAEL SOLTYS 28.06.2013
Zwei besondere Ereignisse stehen am Wochenende den Gemmrigheimern bevor. In der Festhalle wird an diesem Freitag das Jubiläum der zehnjährigen Partnerschaft mit Trigono gefeiert. Und am Samstag beginnt das siebte Fleckenfest.

Zehn Jahre sind nicht viel für eine Partnerschaft zwischen Kommunen. Immerhin nähern sich einige Partnerschaften im Landkreis schon dem 50. Geburtstag. Dafür reichen die Wurzeln der Partnerschaft zwischen dem schwäbischen Gemmrigheim und dem griechischen Trigono besonders tief. Denn die ersten griechischen Gemmrigheimer kamen bereits in den 1960er-Jahren an den Neckar, um hier zu arbeiten. Sie stammten aus der Gemeinde Ormenion im Norden Griechenlands, an der Grenze zu Bulgarien, die heute zu Trigono gehört. Der damalige Eigner der Gemmrigheimer Papierfabrik habe sie bei einem Besuch in Griechenland vor Ort selbst angeworben, erzählt Bürgermeisterin Monika Chef.

Chef hatte sich bereits Ende der 1990er-Jahre um eine Partnerkommune für Gemmrigheim bemüht, erinnert sie sich. Ihre Motivation damals: "Mir war es wichtig, den Bürgern zu zeigen, welche anderen Kulturformen es in Europa gibt." Ein erster Versuch, über die Nachbarstadt Besigheim und deren langjähriger Partnerstadt Ay in der Champagne Kontakte zu einer französischen Gemeinde aufzubauen, scheiterte. Einigen Gemeinderäten habe damals die Sprachbarriere unüberwindbar geschienen, sagte sie. Erst danach entwickelte sich die Idee, das kleine Dorf Ormenion für die Partnerschaft auszuwählen. Immerhin, so die Bürgermeisterin, machen die Griechen den weitaus größten Teil der Migranten in Gemmrigheim aus, wo heute 18 Prozent der Menschen Ausländer sind. Allerdings verzögerte sich der Abschluss einer Partnerschaft nochmals. Schuld war eine Gemeindereform in Griechenland, erläuterte Chef. Eine erste Kontaktaufnahme mit der damaligen Bürgermeisterin Chrysoulla Joannidou, die nach Gemmrigheim eingeladen wurde, verlief zwar vielversprechend. Doch Neuwahlen in Griechenland, eine Gemeindereform und die folgende Eingemeindung von Ormenion nach Trigono machten einen weitren Anlauf notwendig, bevor Monika Chef am 11. Oktober 2003 die Partnerschaftsurkunde in Griechenland gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister von Trigono Pashalih Goutkidis unterzeichnen konnte. Zehn Jahre später wird es am Wochenende ein Wiedersehen mit Goutkidis geben, der Mitglied der etwa 20-köpfigen Delegation aus Griechenland ist, die zum Festakt und zum Fleckenfest nach Deutschland anreist.

In Gemmrigheim kümmert sich das Partnerschaftskomitee mit Hildegard Eisenmann an der Spitze um die Beziehungen nach Trigono. Wegen der großen Entfernung wollen gemeinsame Veranstaltungen gut geplant sein. Im Jahr 2005 gehörte eine junge Fußballmannschaft zur Fleckenfest-Delegation der Griechen. An das Ergebnis des Fußballspiels erinnert sich die Bürgermeisterin heute noch. Es endete 8:3 für den VfL Gemmrigheim. Im Jahr 2010 besuchte eine große Delegation der Gemmrigheimer Landfrauen die Region in Griechenland und pflanzte dort Reben aus dem Schwabenland.

Noch kein Fleckenfest, das im Jahr 2001 zum ersten Mal stattfand, haben die Partner aus Griechenland bisher ausgelassen, sagt Monika Chef. In diesem Jahr bringen sie wieder eine Tanzgruppe in historischen Trachten mit. Zu ihr gehört auch Joanni Strakos, ein früherer Gemeinderat in Gemmrigheim, der jetzt wieder in seiner Heimat lebt. Angeführt wird die Delegation von Dimitrios Mouzas, der seit einem Jahr Bürgermeister von Trigono ist, wo es mittlerweile eine weitere Gemeindereform gegeben hat. Auch eine Abgeordnete des griechischen Parlaments wird der Delegation angehören.

Um Politik allerdings wird es bei dem Jubiläum nicht gehen, schon gar nicht um das Thema Euro und EU-Hilfspaket. "Die Gespräche laufen auf einer eher persönlichen Ebene", so Chef. Die politischen Themen "reichen nicht bis in diesen kleinen Ort am äußersten Zipfel Griechenlands." In Gemmrigheim wiederum habe sich die Aufregung um die Umbenennung eines Platzes in der Hofgasse in Trigono-Platz beim Fleckenfest vor zwei Jahren längst gelegt.

Info Die Feier zum Partnerschaftsjubiläum findet an diesem Freitag, 28. Juni, um 19 Uhr in der Festhalle statt. Dort wird die Partnerschaftsurkunde erneut unterzeichnet.