Schwerpunkt Vereine Zahl der Vereine im Kreis stark angestiegen

Durch intensive Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit, wie hier im Waldheim in Metterzimmern, sei es gelungen, die Zahl der Ehrenamtlichen bei der Feuerwehr stabil zu halten, so der Kreisfeuerwehrverband. Fördervereine für Schulen wachsen dagegen stärker.
Durch intensive Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit, wie hier im Waldheim in Metterzimmern, sei es gelungen, die Zahl der Ehrenamtlichen bei der Feuerwehr stabil zu halten, so der Kreisfeuerwehrverband. Fördervereine für Schulen wachsen dagegen stärker. © Foto: Martin Kalb
Kreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 15.09.2018

Der Landkreis Ludwigsburg boomt. Nicht nur was die Einwohneranzahl angeht (die BZ berichtete) ist die Region in einer Spitzenposition, sondern auch die Vereinslandschaft wächst besonders stark. Das hat die gemeinnützige GmbH „Zivilgesellschaft in Zahlen“ im Rahmen einer Studie zum Vereinswesen in Deutschland herausgefunden. Danach gibt es im Landkreis 2988 Vereine, und im Zeitraum von 2006 bis 2016 sind 688 neu gegründet worden. 57 wurden in diesem Zeitraum aufgelöst. Das macht ein Vereinswachstum von 26,8 Prozent in dem Zeitraum.

Die Studie mit dem Namen „Vereinssterben im ländlichen Raum – Digitalisierung als Chance“ will eigentlich deutlich machen, dass die Digitalisierung helfen könnte, Vereinssterben zu verhindern. Dies betreffe jedoch vor allem Bundesländer wie Brandenburg und Sachsen. „Baden-Württemberg schneidet gut ab“, attestiert auch Patrick Gilroy, einer der Verfasser der Studie.

Während die Studie also grundsätzlich erfreuliche Ergebnisse zu Tage fördert, gibt es auch Vereinssparten, die darben: „Baden-Württemberg und Bayern erleben derzeit eine Flaute“, sagt etwa Gunter Dlabal, Gebietsvorsitzender des Landesverbands der Heimat- und Trachtenverbände Baden-Württemberg. Zehn Trachtenvereine  gebe es noch im Landkreis, aber der Schwäbische Spielkreis in Tamm wurde etwa aufgelöst, wegen Mitgliedermangels. „Die Gründe für den Rückgang der Mitgliederzahlen sind vielfältig. Sie reichen von veränderten Arbeitszeiten, Wegzug ohne Ersatzgewinnung bis hin zur allgemeinen Müdigkeit, sich in Vereinen zu engagieren“, sagt Reinhold Frank, der Vorsitzende des Landesverbands der Heimat- und Trachtenverbände.

Seniorenrat ist zufrieden

Zufrieden zeigen sich dagegen etwa der Kreisseniorenrat, dem laut seiner Vorsitzenden Nora Jordan-Weinberg 97 Vereine, Organisationen und Kommunen angehören. Die Zahl sei seit zehn Jahren stabil bei dem Verband, der sich für die Belange von Senioren in den Gemeinden einsetzt. Auch im Sportbereich zeigt man sich beim Landessportverband und beim Württembergischen Landessportbund (WLSB) zufrieden mit der Zahl von 515 Vereinen und 186 000 Mitgliedern im Landkreis. „Vier Neueintritte gibt es seit Jahresbeginn im Landkreis“, sagt Thomas Müller, Pressesprecher beim WLSB. Vor zehn Jahren gab es nur 502 Vereine mit 183 000 Mitgliedern. Mit der Entwicklung könne man zufrieden sein, so Müller. Die Austritte seien auch oft Formalien geschuldet und nur selten der Auflösung wie beim Radsportverein Bissingen im vergangenen Jahr.

Was die Mitgliederzahlen angeht, ist auch die Feuerwehr weitestgehend zufrieden: „Aktuell gibt es im Landkreis 40 Freiwillige Feuerwehren (in 39 Gemeinden) mit 77 Feuerwehrabteilungen. Außerdem bestehen 4 Werkfeuerwehren. In den Einsatzabteilungen leisten 3343 Feuerwehrangehörige ehrenamtlichen Dienst, 241 davon sind Frauen (7,2 Prozent). Darüber hinaus sind 900 Jungen und Mädchen in den 38 Jugendfeuerwehren des Landkreises organisiert“, erklärt Dr. Andreas Häcker, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands. Diese Zahlen seien seit zehn Jahren auch stabil. „Durch intensive Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit konnte der rückläufige Trend beim ehrenamtlichen Engagement allgemein für die Feuerwehren abgewehrt werden“, so Häcker. Deutlich rückläufig sei allerdings die „Tagesverfügbarkeit“, also die Quote der Feuerwehrleute, die während der Arbeitszeit für Einsätze zur Verfügung stehen. Das liege an der geringeren Zahl der Landwirte und der schlechten Akzeptanz für Fehlzeiten an vielen Arbeitsplätzen.

Fördervereine im Aufwind

Mitverantwortlich für den Vereinsboom sind auch die Schulfördervereine, die damit beispielhaft für eine Vereinsentwicklung hin zu Fördervereinen und Kitabetreibern stehen. Im Landkreis gibt es nach Informationen des Landesverbands der Schulfördervereine 36 solcher Organisationen. „Unsere Mitgliedszahlen sind nach der Gründung im November 2003 stetig angestiegen. Unsere Statistik zeigt, dass pro Jahr rund 100 neue Vereine beitreten. Hatten wir 2010 noch eine Mitgliedszahl von 700 Vereinen, sind heute beinah doppelt so viele bei uns Mitglied“, sagt die Vorsitzende Ute Heß zu den Landeszahlen. Dafür gebe es viele Gründe, etwa die Betreuungsangebote, die von den Vereinen übernommen werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel