Wie geht es mit der Entwicklung des Immobilienmarktes im Landkreis Ludwigsburg weiter? Unter dieser Fragestellung hat die Kreissparkasse Ludwigsburg (KSK) ihren ersten Immobilienmarktbericht 2019 erstellt, der auf Kundenbefragungen und statistischen Quellen basiert.

Kriterien dafür waren der konjunkturelle Einfluss auf den Immobilienmarkt, die wirtschaftliche Entwicklung, Neubautätigkeit und Immobilienerwerb, politische Initiativen zur Schaffung von Wohnraum, Preisentwicklungen und der Immobilienpreisspiegel. Als „größter Makler im Landkreis“ wolle die KSK damit Transparenz schaffen und Käufern eine Orientierung geben, so Thomas Raab, Vorstandsmitglied der KSK Ludwigsburg.

In den vergangenen Jahren habe der Immobilienmarkt in der Region von einer hohen Kaufkraft, der Konjunktur, der Zuwanderung und geringen Finanzierungskosten profitiert. Trotz abgeschwächtem Wirtschaftswachstum, speziell in der Industrie und im Großhandel, sehe man bei der KSK wirtschaftlich „keine große Krise“. Der Landkreis Ludwigsburg als „ausgezeichneter Wirtschaftsstandort“ sei nach wie vor anziehend und biete eine hohe Lebensqualität.

Ein größeres Problem stellt nach wie vor die Neubautätigkeit dar: „Der Neubau kommt nicht in Schwung“, so Thomas Raab. „Er liegt deutlich unter Bedarf.“ Gründe dafür sind unter anderem hohe Grundstückskosten, eine zu geringe Ausweisung von Bauflächen und langwierige Genehmigungsverfahren sowie kostspielige Bauvorschriften. Die Preise für Bestandsimmobilien in ländlichen Regionen sind aufgrund des Mangels an Neubauten stark gestiegen.

Der Trend zum Kauf einer Immobilie bleibt dennoch ungebrochen. Laut KSK planen 31 Prozent der 20- bis 50-Jährigen einen Erwerb. Der Anteil der jungen Käufer (20 bis 29 Jahre) werde weiter ansteigen. Hier komme die finanzielle Unterstützung innerhalb der Familie zum Tragen, um den Eigenerwerb einer Immobilie möglich zu machen. Ihre Immobilie selbst nutzen wollen 56 Prozent, 20 Prozent wollen sie vermieten, 24 Prozent nennen sowohl eine Selbstnutzung als auch eine Vermietung als Kaufgrund. Gründe für einen Nichterwerb sind bei 49 Prozent nicht genügend Eigenkapital, 22 Prozent haben bereits eine Immobilie, und für 14 Prozent sind die derzeitigen Immobilienpreise zu hoch.

Mit sinkenden Immobilienpreisen sei auf absehbare Zeit nicht zu rechnen, so die KSK in ihrem Bericht. „Die Immobilienpreise haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen, jetzt stagnieren sie, allerdings auf hohem Niveau“, erklärt Sascha Braun, Abteilungsleiter Immobiliencenter der KSK Ludwigsburg. Immer höher steigende Mietpreise ziehen Immobilienkäufe nach sich. Allerdings nehmen sich die Immobilienkäufer mehr Zeit für ihre Kaufentscheidung.

Nach dem Immobilienpreisspiegel der KSK bewegen sich die Kaufpreise in Bietigheim-Bissingen aktuell für Eigentumswohnungen bei Neubau zwischen 4500 und 6500 Euro pro Quadratmeter, bei Bestandsimmobilien zwischen 1500 und 4500 Euro pro Quadratmeter.

Reihenhäuser werden als Neubau zwischen 500 000 und 650 000 Euro angeboten, als Bestandsimmobilie zwischen 300 000 und 590 000 Euro.

Die KSK erwartet laut Immobilienmarktbericht für 2020, dass im Landkreis Ludwigsburg aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen die langanhaltende Boomphase bei Wohnimmobilien abebbt. „Wir sehen einen stabilen Markt, bei dem die Nachfrage nach attraktiven Objekten das Angebot nach wie vor übersteigt“, so Vorstandsmitglied Thomas Raab.