Der Urlaub mit dem Wohnmobil ist für viele eine attraktive Form des Reisens, bietet er nicht nur viel Freiraum, sondern meist auch eine günstigere Alternative zu Hotels. Laut dem Deutschen Tourismus Verband sind von den 1,35 Millionen Reisemobilen in Europa allein 440.000 in Deutschland zugelassen.

Die Verwaltung der Stadt Vaihingen plant nun den Bau von vier Wohnmobilstellplätzen an der Walter-de-Pay-Straße in der Enzaue. Denn die Nachfrage nach geeigneten Parkmöglichkeiten für die mobilen Ferienwohnungen scheint groß zu sein. "Da wir auf der Reisemesse CMT immer wieder danach gefragt werden, war das ein Grund für uns zu sagen, da müssen wir uns besser aufstellen", erklärt Heiko Deichmann, Leiter der Stabstelle Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus in Vaihingen. Viele der Campingtouristen würden ihre Route danach ausrichten, wo es geeignete Plätze zum Abstellen ihres Wagens gebe. Zwar habe die Stadt bereits zwei ausgewiesene Stellplätze für Wohnmobile, die jedoch nur aus Markierungsstreifen am Boden bestünden. Das soll sich nun ändern.

Geplant sind daher vier Stellplätze in der Größenordnung fünf mal zehn Meter mit möglicher Trink- und Stromversorgung gegen Gebühr über Münzeinwurf. Eine überfahrbare Entsorgungsstation werde ebenfalls gegen Zahlung zur Verfügung gestellt. Der bereits bestehende Fußweg soll auf eine Breite von sechs Metern und eine Länge von circa 50 Metern erweitert werden. Je nachdem, wie der Stellplatz von den Urlaubern angenommen wird, kann er noch auf 16 Plätze ausgebaut werden.

Mittlerweile hat die Stadt Vaihingen einen passenden Standort gefunden. Dabei spielten bei der Suche vor allem die Nähe zu Lokalitäten und Attraktionen eine wichtige Rolle. Diese Voraussetzungen erfüllt der ausgewählte Standort, der zwischen dem Sportplatz "Egelsee" und den Bürgergärten liegt und nur wenige Gehminuten von der historischen Innenstadt und dem Freibad Enztal entfernt ist. Die Lage abseits von Wohnbebauung würde zudem wenig Konfliktpotenzial bieten.

"Für uns ist es wichtig, dass wir in Veröffentlichungen erwähnt werden, damit die Menschen wissen, hier haben sie einen ordentlichen Stellplatz", erläutert Heiko Deichmann weiter und nennt als Beispiele Reiseführer und -karten. Hauptziel: den Tourismus anzukurbeln. Momentan besuchen hauptsächlich Tagesausflügler die Stadt. "Mit den Wohnmobilstellplätzen wollen wir eine weitere Zielgruppe der Touristen ansprechen", so Deichmann, nämlich jene, die ein paar Tage länger bleiben.

Bisher wurde der Beschluss für das Projekt noch nicht gefasst. In der jüngsten Sitzung des Stadtteilausschusses ist das Thema nochmals in den technischen Ausschuss vertagt worden. Dann sollen die Ingenieurleistungen für den Bau vergeben werden. Kosten von rund 100.000 Euro stehen im Raum. Zudem sollen Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden, da der Platz im Außenbereich liegt. "Bei dem Projekt wird wenig Boden versiegelt", sagt Deichmann. Man plane deswegen, Pflanzen zwischen die Stellplätze zu setzen. Über das Projekt soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte entschieden werden, kündigt Deichmann abschließend an.