Fußball-WM WM: Jogi ist BZ-Orakel

BZ-Orakel Jogi mit sienem Besitzer Tobias Zwiefelhofer vor seinem ersten Einsatz, der Partie Deutschland gegen Mexiko. Jogis Prophezeihung: Ein knappes 1:0 für das Team seines Namensvetters.
BZ-Orakel Jogi mit sienem Besitzer Tobias Zwiefelhofer vor seinem ersten Einsatz, der Partie Deutschland gegen Mexiko. Jogis Prophezeihung: Ein knappes 1:0 für das Team seines Namensvetters. © Foto: Heidi Vogelhuber
Sachsenheim / Mathias Schmid 13.06.2018

Die Spannung ist es, die den Fußball so interessant macht. Dennoch hegen viele den Wunsch, das Ergebnis bereits im Vorfeld zu wissen. Für all die ist BZ-Orakel Jogi die lang ersehnte Lösung. Das Genter Bartkaninchen sagt die Ergebnisse der Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der am Donnerstag beginnenden Fußball-WM in Russland voraus. Der deutsche Start gegen Mexiko am Sonntag wird wohl eher verhalten.

BZ-Orakel-Jogi, das ist ein dreieinhalb Jahre altes Genter Bartkaninchen. „In Menschenjahre umgerechnet steht er kurz nach dem Ende seiner aktiven Fußballerkarriere“, erklärt sein Besitzer Tobias Zwiefelhofer. Der Kaninchenwart des Kleintierzuchtvereins Großsachsenheim hat das Tier mit den hellseherischen Fähigkeiten der BZ zur Verfügung gestellt.

Für BZ-Orakel Jogi dauert das Spiel nicht 90 Minuten, sondern 90 Sekunden. Das Kaninchen wird von seinem Besitzer aufs selbst gebaute Fußballfeld gesetzt und kann dann – so der Plan – bis zum Abpfiff bis zu fünf Stückchen Karotte auf jeder Seite des Spielfelds fressen.

Wenn Jogi nicht gerade WM-Spiele für die BZ tippt, ist er Tobias Zwiefelhofers bester Zuchtrammler im Stall, der ihm schon jede Menge bärtigen Nachwuchs besorgt hat. „Ganz dreistellig wird die Zahl noch nicht sein, aber im hohen zweistelligen Bereich ist sie definitiv“, meint der 27-Jährige.

Seinen Jogi beschreibt er als „neugierig, verschmust und meist total ruhig.“ Er erzählt: „Manchmal liegt er einfach auf dem Weg vor den Zuchtanlagen. Dann ist ihm alles egal.“ Eine weitere Eigenschaft wird bei der Premieren-Prophezeihung deutlich. „Er ist nicht sonderlich verfressen“, räumt Tobias Zwiefelhofer ein.

Dazu kommt noch die neue Umgebung: Das grüne Spielfeld, das sein Herrchen auf seinen üblichen Stall gezimmert hat, ist nicht so schnuckelig wie das Stroh, in dem Jogi sonst sitzt. Und dann noch diese große Anzeigetafel mit den bunten Farben, die am Gehege befestigt ist. Dazu kommen fremde Leute. Jogi tut sich schwer, bei all diesen Eindrücken ans Fressen zu denken, beobachtet lieber seine Umwelt. Ab und an schnüffelt er an einer Karotte, dann nimmt er das Spielfeld ins Visier – beziehungsweise zwischen die Beißer.

Doch dann der goldene Moment: In Spielsekunde 50 knabbert Jogi eine Karotte in der deutschen Hälfte an – zwar ist der Biss kaum zu sehen, dennoch Torbisstechnologie meldet unmissverständlich: 1:0 für Deutschland. Ganz abgezockt macht sich der alte Hase in der Schlussphase auf den Weg zur gegnerischen Eckfahne und lässt die Zeit herunterlaufen. Das Ergebnis: ein glanzloser Arbeitssieg für Jogis Jungs.

Genter Bartkaninchen – einst fast ausgestorben

Seit 2011 züchtet Tobias Zwiefelhofer Genter Bartkaninchen, das auch Belgisches Bartkaninchen genannt wird. Es ist eine Neuzüchtung einer fast ausgestorbenen Rasse, sagt er. Signifikant sind die langen „Bart“-Haare im Gesicht und das lange Fell an den Seiten des Körpers, einst entstanden durch eine Mutation, wie Zwiefelhofer berichtet. Im Alter verlieren die Tiere vor allem an den Seiten ihre langen Haare mehr und mehr. Auch bei BZ-Orakel Jogi ist das schon sichtbar.

Als Züchtung unter Kleintierzüchtern offiziell anerkannt, ist das Genter Bartkaninchen seit 2015. Der Kaninchenwart des Kleintierzuchtvereins Großsachsenheim geht regelmäßig auf Kleintierzucht-Schauen mit den Tieren und hat bereits Preise abgeräumt. Jogi selbst hat noch nichts gewonnen. Das kann aber noch kommen“, meint sein Herrchen.

Die Preisobergrenze bei solchen Schauen beträgt für ein Genter Bartkaninchen 250 Euro, was relativ hoch angesetzt ist. Zuchtrammler Jogi läge nach Schätzungen Zwiefelhofers bei rund 70 Euro – „also weit weg von den astronomischen Transfersummen, die im heutigen Profifußball gezahlt werden“, scherzt Tobias Zweifelhofer. msc