Landkreis Ludwigsburg / fr  Uhr

Im ersten Quartal 2019 wurden bei den Amtsgerichten in Baden-Württemberg 2678 Insolvenzverfahren beantragt. Das waren 202 Verfahren oder sieben Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurden von den insgesamt beantragten Insolvenzverfahren 2311 eröffnet, 276 Verfahren mangels Masse abgewiesen und weitere 91 Anträge über einen Schuldenbereinigungsplan geregelt.

Auch im Landkreis Ludwigsburg ist der Trend positiv: 127 Insolvenzverfahren gab es im ersten Quartal 2019, im Vorjahreszeitraum waren es noch 144, also ein Minus von 11,8 Prozent. Den größten Anteil bilden dabei Privatinsolvenzen von Personen, im Landkreis gab es im ersten Quartal lediglich zwölf Verfahren zu Unternehmensinsolvenzen, im gleichen Zeitraum 2018 waren es noch 42 (ein Minus von 71,4 Prozent). Davon waren laut Statistischem Landesamt insgesamt 74 Arbeitnehmer betroffen. Damit könnte die Tendenz von 2018 geändert werden, damals war in der Region Stuttgart noch ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um zehn Prozent im Vergleich zu 2017 beobachtet worden. Selbst die IHK hatte zu dem Anstieg im Jahr 2018 keine Erklärung. Die Konjunktur sei gut gelaufen, so eine Sprecherin.

Dass es landesweit trotz guter Zahlen die meisten Insolvenzen im Baugewerbe gab (79 von insgesamt 455 Unternehmensinsolvenzen) sieht Eleni Auer, Sprecherin der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg, vor allem in dem Aufweichen des Meisterzwangs für Selbstständige begründet.

Schlechte Zahlen weist die Statistik dagegen für Privatleute aus. Die Verbraucherinsolvenzen im Landkreis sind um 34 Prozent gestiegen. Waren es 2018 in den ersten Monaten noch 50 Verfahren, so sind es 2019 bereits 67 gewesen. Ein Trend, den Schuldnerberater schon länger beobachten.