Bietigheim-Bissingen Wildwest-Romantik im Buch

Bietigheim-Bissingen / Susanne Yvette Walter 15.10.2018

Der Indian Summer hält Einzug, Bäume und Sträucher färben sich bunt.  Wenn das kein Grund ist zu feiern und einzutauchen ins Farbenmeer. In Bietigheim-Buch  wird der Indian Summer nach einer Idee von Harry Hagen, dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Buch mit einem bunten Country- und Westernfest draußen gefeiert, seit fast 20 Jahren mit großem Zulauf.

 Wildwest-Romantik begegnet Kaiserwetter – im Bietigheimer Stadtteil Buch wurde am Samstag und Sonntag dann auch unter besten Bedingungen der Indian Summer gefeiert. Überall waren Tische und Bänke aufgebaut, gesäumt von einer Ständelandschaft, die ganz im Zeichen von Country und Western stand.

In erster Linie engagieren sich  die Einzelhändler, grillen Westernsteaks wie Erol Karakas, der eigentlich Schuhmacher ist im Buch und sein Bruder Artur Karakas. „Dieses Fest bringt die Leute zusammen, die hier leben. Es gehört zum Buch, und ich weiß, dass sich viele schon immer drauf freuen“, erzählt Erol Karakas.

Die Westernidylle zieht jede Generation an. Kinder kommen Karussell fahren und zum Ponyreiten. Oder darf es vielleicht lieber ein Kamel sein? „Die Tiere kommen aus Augsburg“, sagt Harry Hagen und auch sonst sind viele professionelle Markttreibende gekommen, um an den Indian Summer einen kleinen Vergnügungspark dranzuhängen.

Harry Hagen mit Cowboyhut, der Initiator und Drahtzieher im Hintergrund, freut sich über die Besucherresonanz. Nachmittags schon, bevor die Peter Stone Band mit ihrem vierstündigen Liveprogramm auch nur begonnen hat, sind alle Bierzeltgarnituren belegt.

Plaudern im Spätsommer

Die Besucher genießen den Spätsommer und treffen sich zum Plaudern. „Ich mag die Atmosphäre hier. Ich lebe selber im Buch und kenne viele Leute. Endlich hat man mal Zeit, sich zu unterhalten. Im Alltag, da rennt man oft aneinander vorbei“, bringt Aylin Özdemir auf den Punkt, was sicher viele denken.

Hagen bedauert nur, dass sich nicht mehr Vereine im Buch beim Indian Summer engagieren und mit besonderen Aktionen oder einem eigenen Stand Flagge zeigen. Der syrisch-deutsche Freundschaftsverein „Suryoye und Deutsche“ war wohl der einzige. „Ansonsten besteht von Seiten der Vereine wohl leider kein Interesse“, wird Organisator Hagen deutlich.

Dafür bespielt die Pete Stone Band mit leidenschaftlichem Engagement den Indian Summer im Buch. Die Setliste ist so lang, dass sie zwei DIN A 4 Seiten füllt. Das Programm reicht für vier bis fünf Stunden Country-Feeling pur. Line-Dancer aus der näheren und weiteren Umgebung wie Nagold, Freiberg und Pforzheim sind gekommen.  Getanzt wird vor der Bühne und, wenn es gilt, auch mal mitten durch die Reihen.

Der Saloon-Stand der Interessengemeinschaft ist besonders urig mit Strohballen und Kakteen, fehlt nur noch der rauchende Colt. Ein Saloon darf natürlich nicht fehlen, ebenso wenig Wurfbuden, wo es gilt, sein Geschick beim Dosenwerfen oder Pfeilewerfen auszuprobieren. Nur Bullriding fällt aus. „Das ist richtig teuer“, weiß Hagen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel