Akademietage Wie umgehen mit Populismus und Nationalismus?

Das Programm der Akademietage in Bietigheim steht. Wie im vergangenen Jahr, hier bei der Auftaktveranstaltung, beleuchten wieder mehrere Experten zwei Tage lang verschiedene Aspekte eines Oberthemas. Diesmal „Die herausgeforderte Demokratie“.
Das Programm der Akademietage in Bietigheim steht. Wie im vergangenen Jahr, hier bei der Auftaktveranstaltung, beleuchten wieder mehrere Experten zwei Tage lang verschiedene Aspekte eines Oberthemas. Diesmal „Die herausgeforderte Demokratie“. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Frank Ruppert 19.07.2018

Die Zahl der Nichtwähler steigt, der Stimmenanteil für populistische Strömungen ebenso. Unter dem Titel „Die herausgeforderte Demokratie“ beschäftigen sich Experten bei den Akademietagen in Bietigheim-Bissingen mit den Herausforderungen unserer Zeit. Zur 12. Auflage der Veranstaltung der Stadt Bietigheim-Bissingen, des Dachverbands für Seniorenarbeit Bietigheim-Bissingen und der Schiller-Volkshochschule Kreis Ludwigsburg in Zusammenarbeit mit der Bietigheimer Zeitung wurden namhafte Referenten eingeladen.

  • Mit der vorgelagerten Auftaktveranstaltung „Aufstieg und Fall von Demokratien in der Antike – Unterschiede und Parallelen zu heute“ stimmt Professor Dr. Holger Sonnabend von der Uni Stuttgart am Montag, 22. Oktober, ab 19 Uhr, auf die Akademietage im November ein. Der Vortrag zeigt laut Ankündigung, wie die antike Demokratie entstand, wie sie funktionierte und wie sie unterging. Mit Blick auf moderne Demokratien wird die Frage erörtert, welche Rückschlüsse sich ziehen lassen. Der Vortrag ist gebührenfrei.
  • Die eigentlichen Akademietage starten dann am Mittwoch, 14. November. Ab 9.15 Uhr referiert Professor Dr. Hans Vorländer zum Thema „Demokratie ist nicht gleich Demokratie – Strukturunterschiede und Herausforderungen“. Vorländer arbeitet an der Technischen Universität Dresden. In seinem Vortrag geht er darauf ein, dass Wutbürger Politikern das Vertrauen entziehen. Er wirft die Frage auf, was aus der Geschichte zu lernen ist und welche Strukturen für eine lebendige Demokratie benötigt werden.
  • „Wachsender Populismus und Nationalismus in Europa – Gefahr für unsere Demokratie?“ heißt es ab 11.15 Uhr. Professor Dr. Frank Decker von der Uni Bonn, will laut Ankündigung zeigen, welche Entstehungsursachen dem neuen Populismus zugrunde liegen, was für ideologische und programmatische Inhalte er verficht, wie er organisatorisch auftritt, welche Wähler er adressiert und welche Auswirkungen er auf Parteiensysteme, Regierungspolitiken und die Demokratie an sich hat.
  • Der dritte Vortrag an diesem Tag beleuchtet ab 14.15 Uhr einen immer wichtiger werdenden Handelspartner. In „Die Gesellschaftsordnung Chinas – eine Herausforderung für die westlichen Demokratien?“ analysiert Professor Dr. Thomas Heberer von der Uni Duisburg-Essen die Entwicklungsziele Chinas, die Strategien, um diese Ziele zu erreichen, und die damit verbundenen Probleme und Chancen.
  • Der Donnerstag, 15. November, beginnt um 9 Uhr mit dem Vortrag „Warum Europa eine Republik werden muss!“. Professorin Dr. Ulrike Guérot von der Donau-Uni Krems in Österreich plädiert dafür, dass die Idee der Republik noch einmal auf Europa angewandt wird. „Bauen wir Europa neu, damit sich die Geschichte der Nationalismen nicht wiederholt“, heißt es in der Ankündigung.
  • Mit „Herausforderungen der Demokratie in Zeiten der Konfusion“ geht es an diesem Tag um 11 Uhr weiter. Professor Dr. Helmut Willke von der Uni Friedrichshafen stellt die These auf, dass die Globalisierung Rolle und Reichweite der nationalstaatlichen politischen Steuerungsmöglichkeiten verändert. Er geht darauf ein, dass es für die Grundprinzipien von Demokratien problematisch ist, wenn Staaten abhängig von Expertisen globaler Netzwerke sind.
  • Den Abschluss der Vortragsreihe macht der Duisburger Professor Dr. Johannes Heinrichs mit „Wertstufendemokratie – eine Revolution der Demokratie“ um 14.15 Uhr. Der Referent sieht die Demokratie in großer Gefahr, angesichts des Mangels an durchgreifenden und realistischen Reformvorschlägen. Er möchte einen konstruktiven Vorschlag auf philosophisch-systemtheoretischer Grundlage dazu machen.
  • Um 16 Uhr gibt es dann laut Ankündigung noch ein Schlusswort und einen Ausblick.
Anmeldungen bei der Volkshochschule

Die Vorträge der 12. Akademietage „Die herausgeforderte Demokratie“ am Mittwoch und Donnerstag, 14. und 15. November, finden alle im Kronenzentrum in Bietigheim-Bissingen, Großer Saal, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro, ermäßigt 40 Euro. Anmelden kann man sich zu der Veranstaltung bei der Volkshochschule Landkreis Ludwigsburg, unter Angabe der Kursnummer: 18B108106, E-Mail: info@schiller-vhs.de, Telefon: (07141) 1 44 26 66, Fax: 07141 144-59711. fr
www.schiller-vhs.de

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel