Bundesliga-Start Wie schlägt sich mein Lieblingsclub?

Von unseren Redakteuren 24.08.2018

Carolin Domke über FC Bayern: Der Stern des Südens wird es auch in dieser Saison wieder zum Meistertitel schaffen. Warum? Weil eben Spitzenspieler den Kader von Trainer Nico Kovac bilden. Auch wenn viele Spieler der Bayern bei der WM in Russland nicht geglänzt haben, so sind sie trotzdem ein eingespieltes Team und werden ihr Können bei der Bundesliga wieder unter Beweis stellen – das sind sie ihren Fans schuldig. Mit dabei ist auch in dieser Saison wieder Arjen Robben, der mit Müller, Neuer und Co. sechs Mal in Folge den Pokal auf dem Marienplatz in München den Fans präsentierte. Was soll da schon schief gehen?

Andreas Lukesch über die Königsblauen: Der FC Schalke 04 ist der Club in der Bundesliga, der zurzeit das wahrscheinlich harmonischste Bild abgibt. Mit Domenico Tedesco haben die Königsblauen ihren Meister gefunden, der aus einem zerrütteten Haufen eine Mannschaft geformt hat, deren Spiel keinen Schönheitspreis erhält, dafür überaus erfolgreich ist. Das wiegt um so schwerer, da sich Revier-Erzrivale Dortmund wieder mal in der Findungsphase befindet. Und so kann der amtierende Vizemeister auch nach dem Verlust von Thilo Kehrer, Leon Goretzka und Max Meyer entspannt in die aktuelle Saison starten. Der Kader bleibt trotzdem mit seinen fünf Neuzugängen auf dem Niveau der Vorsaison. Die Hoffnung vieler Fans, dass der ewige  Meister der Herzen im nächsten Jahr wieder die Meisterschale  an den Ernst-Kuzorra-Weg holt, mag zu hoch gegriffen sein, für das obere Drittel und die Champions League sind die Knappen jedenfalls gesetzt.

Uwe Mollenkopf über 1899 Hoffenheim: Seit zehn Jahren ist 1899 Hoffenheim jetzt in der ersten Bundesliga. Seit zwei Jahren mischen die Kicker aus dem Kraichgau im oberen Tabellenbereich mit: 2016/17 reichte es auf den vierten Platz, 2017/18 auf den dritten. Ausgerechnet jetzt hat Erfolgstrainer Julian Nagelsmann angekündigt, nach der kommenden Saison zum RB Leipzig zu wechseln. Zudem sind gute Leute weggegangen, andere sind verletzt. Das spricht auf den ersten Blick dagegen, dass die Badener dieses Niveau halten können. Andererseits sind die Hoffenheimer immer für Überraschungen gut, und Nagelsmann hat durchblicken lassen, dass er in seinem letzten Jahr in Hoffenheim keine „lahme Ente“ sein will, sondern im Gegenteil, nach dem Maximalen, also dem Meistertitel, strebe. Auch wenn das zu hochgegriffen scheint, das Potenzial, oben mitzumischen und die anderen Spitzenklubs zu ärgern, haben die Badener allemal.

Frank Ruppert über Borussia Dortmund: Der Wunschtrainer ist da, der Königstransfer der Bundesliga auch. Eigentlich müssten die BVB-Fans frohlocken, aber die Ansprüche sind hoch bei den Schwarz-Gelben. Die Champions-League-Qualifikation ist auch in diesem Jahr wieder ein Muss und bitte nicht wieder hinter dem ewigen Meister der Herzen. Wenn dann noch die Derbys nicht zum Desaster werden, kann das eine tolle Saison werden. Allerdings nur wenn es Lucien Favre schafft, die Klopp-Lücke zu schließen und die Fans im größten Stadion der Liga endlich wieder leidenschaftlichen Fußball sehen. Wenn dann noch Axel Witsel so einschlägt wie in seinem ersten Pflichtspiel im Pokal und bis Ende August noch ein guter Stürmer präsentiert wird, dann ist zumindest der Platz hinter Bayern sicher. Ob es für mehr reicht, hängt leider von den Münchnern ab.

Jürgen Kunz über den VfB Stuttgart: Die Euphorie war bis zum Pokalspiel gegen Rostock groß wie nie und die Ansprüche entspechend hoch. Eigentlich durchaus begründet: Die Kicker mit dem roten Brustring beendeten die (Wieder)-Aufstiegssaison auf dem siebten Platz, Sportdirektor Reschke hat genügend Geld und die Erfahrung, den Kader mit viel Qualität zu verstärken und dies bereits kurz nach Saisonende. Die Vorbereitung war recht erfolgreich und die Mannschaft hat einen (franzöischen) Weltmeister mit Weltklasse in seiner Verteidigung. Alles könnte bereitet sein, für eine erfreuliche Bundesligasaison mit Spielen, die die Fans, die wieder in Massen in die Mercedes-Benz-Arena pilgern werden, begeistert. Könnte! Als jahrzehntelanger VfB-Fan ist man bekanntlich leidensfähig, und ganz selten kommt es bei den Wasenkickern so, wie man es erwartet. Doch, dieses Mal wird’s ganz anders .

Gabriele Szczegulski über Fortuna Düsseldorf: Die Band Die Toten Hosen, zeitweise sogar Hauptsponsor von Fortuna Düsseldorf, überraschten bei der Aufstiegsfeier vor dem Rathaus die Mannschaft mit dem Lied „Die Fortuna ist mein Verein“. Sänger Campino und die Fans hoffen, dass der Fortuna-Fluch gebrochen wird und die Mannschaft nicht nach einer Saison gleich wieder absteigt. Das ist auch das Ziel von Trainer Friedhelm Funkel. Am Donnerstag hat er sich für seine Nummer 1 im Tor entschieden: Michael Rensing. Auch einen Innenverteidiger hat er gefunden: Der polnische Nationalspieler Marcin Kaminski wechselt vom VfB Stuttgart an den Rhein. Das Team aus Neulingen, Leihgaben wie Aymane Barko und Ligaprofis wie Marvin Duksch oder Diego Contento steht für eine der kreativsten Mannschaftszusammenstellungen und für den kleinsten Etat der Liga. Von der Außenseiter-Truppe können Überraschungen kommen, wirklich einschätzen kann man sie noch nicht.

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