Schwerpunkt Notfallversorgung Wenn das Wasserrohr platzt: Notdienste in der Ferienzeit

Ein Handwerker legt letzte Hand an ein neu installiertes Abflussrohr. Wird sein Einsatz am Wochenende oder nachts nötig, werden Zuschläge fällig.
Ein Handwerker legt letzte Hand an ein neu installiertes Abflussrohr. Wird sein Einsatz am Wochenende oder nachts nötig, werden Zuschläge fällig. © Foto: Archiv HZ
Andreas Lukesch 18.08.2018

Einen Handwerker unter gewöhnlichen Umständen zu bekommen, ist angesichts voller Auftragsbücher nicht einfach. In einem Notfall aber muss es schnell gehen. Dafür gibt es die Handwerker-Notdienste, etwa in den Bereichen Gas- und Wasserinstallation oder Elektro. Zu den mit am häufigsten kontaktierten Handwerkern in der Not gehören die Schlüsseldienste, die Ausgesperrte wieder in ihre Wohnung lassen.

Die Notdienstbereitschaft in der Region Stuttgart ist nach Auskunft von Gerd Kistenfeger, Sprecher der Handwerkskammer in Stuttgart, auch während der Sommerferien gewährleistet. Zwar gibt es die sogenannten Handwerkerferien (drei Wochen im Sommer als Empfehlung an die Betriebe), doch wer schnelle Hilfe bei Stromausfall oder einem Wasserrohrbruch braucht, bekommt  sie auch, so Kistenfeger. „Zwar kann es in der Urlaubszeit bei den Handwerkerdienstleistungen etwas enger werden, aber bei der Notfallversorgung gibt es keine Engpässe. Die Betriebe sprechen sich ab, da wird niemand allein gelassen.“

Höhere Kosten

Natürlich steht nicht immer der Wunschbetrieb zur Verfügung, wenn es schnell gehen muss. Welche Handwerksunternehmen aktuell Notdienst haben, erfährt der Verbraucher im Netz, aus dem Telefonbuch und über die jeweiligen Innungen. In Mehrfamilienhäusern hängen in der Regel Notfallnummern aus.

Wer einen Notdienst in Anspruch nimmt, muss sich auf erhöhte Kosten für den Einsatz einstellen. Die Aufschläge am späten Abend und am Wochenende können 50 bis 100 Prozent betragen. Die Vereinigung Haus und Grund und die Verbraucherzentralen raten daher, schon bei der Kontaktaufnahme mit einem Handwerkernotdienst die voraussichtlich anfallenden Kosten zu besprechen. Summen, die am Telefon genannt würden, seien rechtlich bindend. Eine verlässliche Preisabsprache am Telefon hält Kistenfeger hingegen für unrealistisch.  Eine Einschätzung des Aufwands aus der Ferne sei in der Regel kaum möglich. Erst im Gespräch vor Ort sollten die Kosten geklärt werden. Zumindest aber lassen sich bei der telefonischen Vereinbarung schon die Zuschläge klären.

Mieter müssen bei einem Wasserrohrbruch oder einem Heizungsausfall  zunächst den Vermieter verständigen, bevor sie die Notfallnummer wählen.

Ganz wichtig ist zudem: Auch Notfalldienst-Kunden brauchen eine Rechnung. Überhöht erscheinende Rechnungen sollten nach einer Empfehlung der Verbraucherzentralen nicht vor Ort beglichen werden, es bestehe immer auch die Möglichkeit, Rechnungen anteilig zu bezahlen.

Zu viel Misstrauen gegenüber den eilig herbeigerufenen Handwerkern hält Kistenfeger allerdings für verkehrt. Die Menschen in der Region  könnten sich schon darauf verlassen, dass die Innungsbetriebe ihre Leistungen fair abrechneten.

Gerade bei Schlüsseldiensten haben viele Betroffene mitunter nicht den Eindruck. Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen, raten Verbraucherzentralen auch hier auf Wochenend- und Nachtzuschläge zu achten. Ortsansässige Firmen seien zu bevorzugen, um so die Anfahrtskosten möglichst niedrig zu halten.

Die Dienstleistungen dieser Unternehmen sind nach einer bundesweiten Erhebung der Verbraucherzentralen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg am höchsten. So koste eine normale Türöffnung an Werktagen und tagsüber dort im Schnitt rund 80 Euro, nachts und an Wochenenden würden bis zu 150 Euro verlangt.

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