Polizeistatistik Weniger Unfälle wegen Alkohol

Neben  der Aufklärungsarbeit, so die Polizei, tragen auch vermehrte Kontrollen dazu bei, die Zahl der Alkoholdelikte im Straßenverkehr zu reduzieren.  
Neben  der Aufklärungsarbeit, so die Polizei, tragen auch vermehrte Kontrollen dazu bei, die Zahl der Alkoholdelikte im Straßenverkehr zu reduzieren.   © Foto: Martin Kalb
Kreis Ludwigsburg / bz 17.08.2018

Selten schnappt die Polizei einen betrunkenen Autofahrer auf die Weise wie den 31-Jährigen, der vor einem Jahr in Sersheim im Rausch mit seinem Golf gleich in zwei Streifenwagen gerauscht ist. Der Mann hinterließ damals einen Schaden in Höhe von 28 000 Euro und musste auf Anordnung seinen Führerschein bei der Polizei abgeben.

Dieser Verkehrsunfall war 2017 einer von insgesamt 327 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, die mutmaßlich auf den Einfluss von zu viel Promille im Blut zurückzuführen waren. Die Statistik erfasst die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen.

Aus ihr geht hervor, dass die Zahl der Alkoholunfälle im Vergleich zum Jahr 2016 um knapp elf Prozent zurückgegangen ist. Ein Verkehrsteilnehmer starb im vergangenen Jahr in Folge seiner Alkoholfahrt, insgesamt 127 Verkehrsteilnehmer waren bei solchen Unfällen verletzt worden. Die Zahl, die ärztlich behandelt werden mussten, ist auffällig gesunken. 2016 war sie noch bei 190 gelegen. Ob die Unfallverursacher langsamer unterwegs sind oder immer häufiger Assistenzsysteme eingreifen, kann der Statistik nicht entnommen werden.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg bewertet die Zahlen vorsichtig: „Von einem signifikanten Rückgang würde ich insgesamt nicht sprechen“, stellt er fest. Die Zahl der durch Alkoholeinfluss verursachten Verkehrsunfälle sei in den vergangenen Jahren zwar nicht drastisch, „aber dennoch kontinuierlich zurückgegangen“, so der Sprecher. Er sieht die erfreuliche Entwicklung darin begründet, dass neben  der Aufklärungsarbeit der „Überwachungs- und Kontrolldruck der Polizei hoch ist“.

Aber auch bei den Verkehrsteilnehmern beobachtet er Veränderungen und gesteht ihnen „ein gestiegenes Gefahrenbewusstsein“ zu. Dabei haben Männer mehr aufzuholen als Frauen. Nur jeder fünfte Unfallverursacher war weiblichen Geschlechts.

Etwas anders verläuft die Entwicklung bei Unfällen unter Drogeneinfluss. Die Zahl solcher Verkehrsdelikte ist im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg von 2015 auf 2016 merklich von 28 auf 41 gestiegen. Im vergangenen Jahr bewegte sich die Zahl nach Polizeiangaben mit 39 auf dem Niveau des Vorjahres. Junge Fahrer waren nach den Ermittlungen 2017 in 22 Fällen Verursacher von Drogenunfällen. Bei den 25- bis 64-Jährigen waren es 15 und bei den Senioren einer. Auch bei den Drogen dominieren eindeutig die Männer. Lediglich jeder achte Verursacher war eine Frau.

Ob sich tatsächlich mehr Drogenkonsumenten hinters Lenkrad setzen, darüber lässt die Statistik allerdings keine eindeutige Aussagen zu. Denn die Drogenkontrollen seien früher nicht so intensiv gewesen, betont der Polizeisprecher. „Es ist in diesem Bereich von besonderer Bedeutung, Hinweise auf möglichen Drogenkonsum zu erkennen. Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen zeigen hier aber inzwischen Wirkung.“

Zu den Alkohol- und Drogentests nach einem Unfall kommen die regelmäßigen Verkehrskontrollen hinzu. Dabei würden sowohl das Fahrzeug als auch der Fahrer, Mitfahrer und mitgeführte Gegenstände überprüft. Im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung, so zeigen die 2017er Zahlen wurden mehr als 1700 Autofahrer wegen Fahrens unter Alkoholeinwirkung zur Anzeige gebracht. Das sind 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. 563 Fahrer und damit vier weniger als im Jahr zuvor seien wegen Fahrens unter Drogeneinwirkung angezeigt worden.

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