Landwirtschaft Weizen und Silomais dominieren

Dunkle Wolken über einem Maisfeld am Gewerbepark Eichwald. Während der Weizen glimpflich davon kam, machen sich Landwirte ob der Trockenheit Sorgen um die Mais-Ernte. Sie hoffen auf einen langanhaltenden Landregen.
Dunkle Wolken über einem Maisfeld am Gewerbepark Eichwald. Während der Weizen glimpflich davon kam, machen sich Landwirte ob der Trockenheit Sorgen um die Mais-Ernte. Sie hoffen auf einen langanhaltenden Landregen. © Foto: Heidi Vogelhuber
Landkreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 16.08.2018

Die große Trockenheit macht den Landwirten in ganz Deutschland in diesem Sommer zu schaffen. Dabei kommt die Region noch vergleichsweise glimpflich davon. Aber was wird eigentlich in der Region angebaut und was passiert mit dem Geernteten hinterher? Müssen sich Verbraucher sorgen, um höhere Preise machen? Diese und weitere Fragen hat die BZ Experten gestellt.

Was wird im Landkreis eigentlich angebaut?

Die Betriebe mit Sitz im Landkreis haben 2016 insgesamt 24 280 Hektar Ackerland, 5793 Hektar Dauergrünland, 462 Hektar Obst und 1721 Hektar Reben bewirtschaftet, erklärt das Landratsamt und beruft sich auf Zahlen des Statistischen Landesamts.

Was wird am meisten angebaut?

Auch dazu hat das Landratsamt Zahlen parat: 14 247 Hektar also 58,7 Prozent der Anbaufläche von Bauern aus dem Landkreis sind Getreide. Dabei macht Weizen mit 35,4 Prozent (8599 Hektar) den größten Teil aus. „Der Winterweizen ist die Leitkultur im Landkreis“, sagt Eberhard Zucker, Vorsitzender des Bauernverbands für die Region Heilbronn-Ludwigsburg. Weitere verbreitete Getreidesorten sind  Gerste (17 Prozent und 4127 Hektar) und Körnermais (4,2 Prozent und 1028 Hektar).

Was wird sonst noch angebaut?

17,2 Prozent (4172 Hektar) der Anbaufläche wird für Silomais verwendet. Auf 2212 Hektar oder 9,1 Prozent wachsen Zuckerrüben, 4,4 Prozent (1079 Hektar) sind sonstigen Futterpflanzen wie Kleegras und Luzerne vorbehalten. Gartenbauerzeugnisse, zu denen Erdbeeren, Gemüse und Spargel gehören, nehmen 709 Hektar oder 2,9 Prozent der Anbaufläche ein. Kartoffeln machen mit 1,2 Prozent und 284 Hektar einen noch kleineren Anteil im Landkreis aus.

Welche Rolle spielt der heimische Anbau für die Lebensmittelproduktion?

„Winterweizen wird überwiegend als Lebensmittel für die Mehlproduktion verwendet“, erklärt Zucker.  Wintergerste dagegen kommt zum größten Teil als Futter für Schweine zum Einsatz, die Sommergerste wird dagegen mehrheitlich zum Brauen verwendet. Silomais sei als Futter oder Biogassubstrat gedacht, so der Bauernchef. Sorgen als Endverbraucher etwa wegen höherer Brötchenpreise müsse man sich grundsätzlich nicht machen.

Wer beackert das Land?

Nur noch rund 40 Prozent der Bauern in der Region sind Landwirte im Haupterwerb, 60 Prozent haben noch eine andere Arbeitsstelle. „Die Tendenz ist steigend beim Nebenerwerb, weil die Kinder der Bauern häufig den Hof nicht mehr übernehmen“, analysiert Zucker. Die Haupterwerbsbauern haben 60 bis 70 Prozent der Fläche in der Region.

Wie ist der aktuelle Stand der Ernte?

Die Getreideernte ist abgeschlossen. Bei Silomais beginnt das Häckseln lokal, je nach Reifegrad aufgrund der Trockenheit. „Drei Wochen früher als sonst“, kommentiert Zucker. Die Tafeltraubenlese hat lokal bei den ganz frühen Sorten begonnen. Auch frühe Sorten Äpfel und Birnen werden derzeit gepflückt. Im Steinobstbereich sind Zwetschgen und Mirabellen in der Ernte. Kirschen sind laut Landratsamt bereits komplett geerntet.

Gibt es schon ein Erntefazit?

Getreide und Raps liegen leicht unter dem langjährigen Mittel. „Noch zufriedenstellend“, sagt Zucker dazu, insbesondere im Vergleich zu anderen Region. Nicht so gut sehe es aktuell für Mais, Sojabohnen und Zuckerrüben aus. „Wir bräuchten einen längeren Landregen“, so der Verbandschef.

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