IHK-Studie Was kommt rein, was fließt ab?

Kreis Ludwigsburg / Andreas Lukesch 12.09.2017

Es gibt eine Kennziffer in der Kaufkraft-Erhebung der IHK, auf die blicken Handel und Kommunen ganz besonders: Die Zentralitätskennziffer gibt an, wie stark die Kaufkraftbindung einer Stadt oder Gemeinde ist. Das heißt: Wie viel Kaufkraft fließt aus dem Ort in andere Kommunen ab, wie viel strömt hinein? Ein Wert über 100 bedeutet, es kommt mehr rein als abfließt. Wer da punkten kann, hat etwa große Einkaufszentren in den Gemarkungsgrenzen oder profitiert, so die Erklärung der IHK, von einer nicht ausreichenden Versorgungslage im Umfeld.

Während laut IHK sämtliche Landkreise (außer Stuttgart und Böblingen) bei den Einzelhandels­umsätzen unter dem theoretischen Nachfragepotenzial ihrer Bürger liegen, erreichen innerhalb des Landkreises Ludwigsburg drei Gemeinden eine Zentralitätskennziffer über 100, ziehen also mehr Kaufkraft an als sie abgeben: Ludwigsburg (165), Bietigheim-Bissingen (116) und Steinheim (115). Den schlechtesten Wert erreicht – wie schon in vorangegangenen Studien – mit 40,2 Tamm, jene Gemeinde also, die direkt ans zu Ludwigsburg gehörende Breuningerland grenzt. Ludwigsburg hingegen erwirtschaftet allein durch den Kaufkraftzufluss 304 Millionen Euro an zusätzlichem Umsatz.