Wir ziehen den Hut vor den Bönnigheimer Feuerwehrleuten Steffen Kutscher, Sebastian Koschmieder und Marc Schwegler. In Einsatzkleidung und bepackt mit Atemschutzgerät ist das Trio die 61 Etagen des 222 Meter hohen Frankfurter Messeturms hinaufgerannt. Dazu haben die Feuerwehrmänner knapp 16 Minuten gebraucht. Rein rechnerisch macht dies rund 0,26 Sekunden pro Stockwerk - alle Achtung. Natürlich sahen die Jungs etwas mitgenommen aus, abwärts ging es für die Bönnigheimer Helden im Fahrstuhl.

Heldenhaft muss man in diesen Tagen wohl auch in der Natur sein. In diesem Hochsommer macht sich erneut das giftige Jakobskreuzkraut auf Weiden und Wiesen breit. Der baden-württembergische Bauernverband (LBV) hat deshalb eine bessere Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts gefordert, die Straßenverwaltung solle bitteschön regelmäßig betroffene Flächen mähen. Die gelb blühende Pflanze ist vor allem für Weidetiere gefährlich. Kleinere Mengen könnten, so der Bauernverband, langfristig durch Anreicherung in der Leber tödlich wirken. Im frischen Zustand meiden die Tiere das Jakobskreuzkraut allerdings - es stinkt. Vermischt mit Heu ist der Geruch jedoch kaum wahrnehmbar. Der NABU hat unterdessen den Rechenschieber herausgeholt. So könnten Pferde bis zu 80 Gramm von dem Kraut pro Kilo Lebendgewicht fressen, bevor es für sie wirklich gefährlich wird. Bei Rindern ist die tödliche Dosis bei etwa 170 Gramm pro Kilo. Nimmt man ein Reitpony, dass im Schnitt 350 Kilo wiegt, müsste dieses Tier 2,8 Kilo Kreuzkraut fressen, um eventuell krank zu werden - den Faktor Zeit nicht mitgerechnet. Ob das Kraut für Menschen gefährlich ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Jakobskreuzkraut ist, obwohl von der WHO als stark leberschädigend, embryonen- und erbgutschädigend sowie krebserregend eingestuft, nicht in der Deutschen Giftpflanzendatenbank als giftige Pflanze benannt. Alles dreht sich dabei um die im Kraut befindliche Pyrrolizidinalkaloide (PA). Die können, so der Hinweis des Arbeitskreises Kreuzkraut, langfristig wirken, lassen sich dann aber nicht mehr ausreichend genug nachweisen. Und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ergänzt zum Thema, dass in Deutschland Fälle aufgetreten sind, bei denen Salate mit PA-haltigen Pflanzen der Gattung Kreuzkraut vermischt waren. Und auch in Tees und Kräutertees sind im Rahmen eines Forschungsprojekts des BfR hohe PA-Gehalte gemessen worden. Und auch bei bestimmten Honigsorten können - in Abhängigkeit von der Herkunft - höhere Gehalte an PA auftreten. Also: Vorerst Finger weg. Vom Kreuzkraut, Salat und Tee.

Wenig heldenhaft muss man sein, wenn man an einer Katastrophenübung im Neckarwestheimer Kernkraftwerk teilnimmt. Eine Übung findet in der nächsten Woche statt. Als fiktiver Rahmen wird "die Bewältigung eines kerntechnischen Ereignisses im GKN angenommen". Die Durchführung einer solchen Übung sei trotz der "äußerst geringen Wahrscheinlichkeit", dass das zugrundeliegende Szenario in der Realität jemals eintreten werde, sinnvoll und entspreche der Sicherheitsphilosophie von Behörden und Betreiber, heißt es. Schöne Philosophen. Hoffentlich taucht Godzilla nicht aus dem Neckar auf.