In der Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen wird am Freitag, 7. Februar, um 19 Uhr die  Ausstellung „Farbe bekennen! Walter Ophey. Ein rheinischer Expressionist“ eröffnet. Zur Eröffnung sprechen Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Dr. Gunda Lyken vom Kunstpalast Düsseldorf, gefolgt von der Galerieleiterin Dr. Isabell Schenk-Weininger. Die Reden werden musikalisch umrahmt von Eva Janßen am Klavier sowie Athanasios Bellos am Violoncello.

Ein Landschaftsmaler

Der zu Lebzeiten weit über das Rheinland hinaus bekannte Künstler Walter Ophey (1882–1930) sagte  einmal: „Ich fühle mich in der Farbe am wohlsten“. Ein starkes, mitunter fast rauschhaftes Farbempfinden beeinflusste die Gestaltung seiner expressionistischen Werke. Ophey war in erster Linie ein Landschaftsmaler, der seine unmittelbare Umgebung festhielt, doch gleichfalls inspirierten ihn Reisen, um Motive zu finden und seine Palette zu verändern.

Daneben galt auch der Musik seine Leidenschaft, so dass er anmerkte: „Ich singe meine Bilder.“ Als eines der jüngsten Mitglieder des Sonderbundes, dem 1909 entstandenen Zusammenschluss von Künstlern, Sammlern und Museumsfachleuten in Düsseldorf, war er am Aufbruch der Moderne ebenso beteiligt wie an der nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Künstlerbewegung „Junges Rheinland“.

Die Ausstellung in der Galerie zeichnet den Werdegang Walter Opheys von den frühen, lichtdurchsetzten Impressionen und Porträts zu den leuchtend expressiven Stadt- und Industrielandschaften nach. Außergewöhnlich sind seine farbigen Kreidezeichnungen, in denen er sich auf die Wiedergabe von Konturen beschränkte und die Linien zu einer Seite hin auswischte, um seine Motive strahlen zu lassen, heißt es in einer Mitteilung der Galerie.

Durch den frühen Tod des Künstlers geriet sein Werk nach dem Zweiten Weltkrieg beinahe in Vergessenheit, sein künstlerischer Nachlass befindet sich im Kunstpalast Düsseldorf. Dort fand 2018 eine große Ausstellung zu dem heimischen Künstler statt, die viele Besucher überrascht habe.

Der große Unbekannte

Mit über 100 Gemälden und Zeichnungen aus Museums- und Privatbesitz kann das Werk des großen Unbekannten nun  im Südwesten der Republik entdeckt werden.

Die Städtische Galerie ist am Freitag, 7. Februar ab 14 Uhr auch zum Besuch der Studioausstellung „Bekenntnis zum Gegenstand. Linolschnitte von Karl Rössing und seinen Schülern Robert Förch und Malte Sartorius“ geöffnet,   die neue Ausstellung steht dem Publikum ab 18 Uhr offen. Die erste öffentliche Führung durch die neue Ausstellung bietet die stellvertretende Galerieleiterin Dr. Petra Lanfermann am Sonntag, 9. Februar um 11.30 Uhr an.

Am Montag, 10. Februar, findet um 17 Uhr  die Führung  durch die Ausstellung für Lehrkräfte und Erzieher mit der Galerieleiterin Dr. Isabell Schenk-Weininger statt. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.