Bürgerentscheid Wahlheim bleibt ohne Lärmschutzwand

Walheim / bz 11.06.2018

Insgesamt 2608 Wahlberechtigte der Gemeinde Walheim waren am Sonntag aufgerufen, im ersten Bürgerentscheid dieser Art darüber abzustimmen, ob die Bahn eine Lärmschutzwand entlang der Gleise mitten durch den Ort erreichten soll oder nicht. Konkret lautete die Frage: Sind Sie dafür, dass sich die Gemeinde Walheim dafür einsetzt, dass in der Ortslage von Walheim eine Lärmschutzwand entlang der Bahnlinie errichtet wird?

Gegen 18.30 Uhr verkündete Bürgermeister Albrecht Dautel in der Gemeindehalle das Ergebnis. Trotz der sommerlichen Temperaturen waren erstaunlich viele Walheimer zur Abstimmung gegangen. Mit 1305 Stimmzetteln lag die Beteiligung bei 50 Prozent. Gültige Stimmen wurden 1304 gezählt. Mit Ja stimmten 581 Bürger (44,56 Prozent), mit Nein votierten 723 Walheimer (55,44 Prozent). Das notwendige Quorum von mindestens 522 Stimmen war damit erreicht, der Bürgerentscheid ist somit bindend.

Diskussion beendet

Konkret heißt das: In Walheim baut die Bahn keine Lärmschutzwand durch den Ort. Dautel sagte, er gehe nun davon aus, dass die Bahn die Förderung passiver Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzfenster etc.) einleiten und die Walheimer diesbezüglich zeitnah informieren werde.

Der Bürgermeister sprach von einem „guten Tag für Walheim“. Er hatte schon vor Monaten einen Bürgerentscheid angeregt, war mit seiner Initiative aber im Rat gescheitert. Erst die Unterschriftensammlung einer Gruppe von Bürgern zwang das Gremium, einem Bürgervptum zuzustimmen (die BZ berichtete).

Allgemeine Erleichterung herrschte am Sonntag vor allem über die Tatsache, dass nun eine jahrelange Diskussion von den Bürgern entschieden wurde, nachdem dies im Gemeinderat immer wieder heftig diskutiert worden war. „Damit können wir jetzt gut weiterarbeiten“, sagte Dautel, der sich vor allem über die hohe Wahlbeteiligung freute. Sie ein Indiz dafür, wie sehr das Thema die Menschen im Ort beschäftige.

Auch der Mitinitiator des Bürgerbegehrens Kurt Schober erkannte das Ergebnis des Entscheids an: „Wenn die Bürger keine Lärmschutzwand wollen, dann müssen wir das akzeptieren“, sagte Schober der BZ. Er würdige ebenfalls die hohe Wahlbeteiligung. Im Ergebnis habe man sich vordergründig von optischen Erwägungen leiten lassen.

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