Oberriexingen Vorerst keine Windkraft in Oberriexingen

In Oberriexingen gibts keine Standorte für Windräder.
In Oberriexingen gibts keine Standorte für Windräder. © Foto: Heike Heise
Oberriexingen / RUDI KERN 27.06.2013
In Oberriexingen wird es erst einmal keine Windkraftanlagen geben. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Fortschreibung des Flächennutzungsplan verabschiedet. Darin gehts auch ums Gewerbe.

Den eingebrachten Bedenken des Regierungspräsidiums zur Fortschreibung der Flächennutzungsplanung bis zum Jahr 2020 für die Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen trägt man in Oberriexingen Rechnung. Abstriche müssen die in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengefassten Kommunen Vaihingen, Oberriexingen, Eberdingen und Sersheim wohl alle machen. Dies betrifft Wohnbau- und Gewerbeflächen gleichermaßen. Nach dem die Genehmigungsbehörde im vergangenen Jahr bereits ihre Bedenken geäußert hatte, wurde die zunächst beschlossene Fortschreibung von der Verwaltungsgemeinschaft zurückgezogen.

Der Oberriexinger Gemeinderat befasste sich am Dienstag erneut mit der Planung für die Flächennutzung auf der Stadtmarkung. Als bedauerlich stufte Bürgermeister Werner Somlai die empfohlene Reduzierung der Wohnbauflächen auf 1,9 Hektar ein. Die Einschränkung basiert auf dem Regionalplan, der den Dichtewert für Gemeinden mit Eigenentwicklung in Verdichtungsräumen sowie an Randzonen von 50 auf 55 Einwohner je Hektar erhöht hat. Oberriexingen hatte zuletzt in der Planung auf eine künftige Wohnbaufläche von 2,6 Hektar gehofft.

Vorerst ganz verzichten muss man auf die Erweiterung im Gewerbegebiet Erkerstal, die mit 2,2 Hektar vorgesehen war. Es bestünden derzeit keine konkreten Nachfragen, so der Bürgermeister. Allerdings werde in der Fortschreibung darauf hingewiesen, dass die Stadt über keinerlei gewerbliche Reserveflächen mehr verfüge. Das Gewerbegebiet Eichwald stellt für die Verbandskommune keine geeignete Alternative für das örtliche Gewerbe dar, das kleinere Gewerbeeinheiten mit Inhaberwohnungen bevorzugt. Sollte sich eine Nachfrage ergeben, gebe es die Möglichkeit eines Parallelverfahrens, meinte Somlai mit Hinweis auf eine bereits stattgefundene Umweltprüfung.

In der Zurückstellung des Gebiets sah der Rathauschef eine Akzeptanz. Unbefriedigend nannte er die Situation, mit den bestehenden Wohnbauflächen auskommen zu müssen. So werde man natürlich die Innenverdichtung forcieren müssen. Einstimmig fiel der Beschluss des Gemeinderats, dass die Vertreter der Stadt Oberriexingen im gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft die empfohlene Fortschreibung befürworten.

Mehrheitlich bei drei Enthaltungen beschloss der Oberriexinger Gemeinderat zudem, keine Untersuchungen möglicher Standorte für Windenergieanlagen auf der Gemarkung zu aktivieren. Sogenannte Positivflächen sollen in der Fortschreibung des Flächennutzungsplans ebenfalls Berücksichtigung finden. Wie der Bürgermeister erläuterte, weist die Regionalplanung keine Windkraftflächen auf Oberriexinger Gemarkung aus. Aus Gutachten ersichtlich sei, dass bei einer Nabenhöhe von 140 Metern wirtschaftlich vertretbare Standorte denkbar wären. Wobei Abstandsflächen zur Wohnbebauung und der Bebauung im Außenbereich sowie Segelflugplatz und der regionale Grünzug eine Ausweisung für Oberriexingen erheblich einschränken oder gar ausschließen würden. Geeignete Flächen für die Gewinnung von Windenergie innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen sind mit Problemen verbunden. So werden die beiden Stromberg-Höhenzüge zwischen Ensingen und Gündelbach sowie Gündelbach und Horrheim mit entsprechender Windhöffigkeit, also höherem Windvorkommen, gut beurteilt, weisen jedoch besondere Nachteile in Sachen Erschließung, Bewaldung, Naturschutz und Landschaftsbild auf.

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