Als Eberhard Theurer, der zusammen mit Albert Sommer 1963 das Unternehmen Sommer GmbH gründete, die Geschäftsführung an seine Söhne Dirk und Steffen 1999 übergab, war er gerade 62 Jahre alt. Eine Zeitlang war er noch mit in der Geschäftsführung, allerdings „hat er uns von Anfang an freie Hand in allen Entscheidungen gelassen“, so Dirk Theurer. Zwar habe sich der Firmengründer durchaus noch für die wirtschaftlichen Zahlen interessiert, „persönlich und fachlich hatte unser Vater aber die Verantwortung komplett an uns abgegeben und war froh, dass es Nachfolger aus der eigenen Familie gab.“ Nach 40 Jahren  entschloss sich Eberhard Theurer 2004 dazu, endgültig aus dem Familienbetrieb auszusteigen: „Ich habe genug Schilder im Leben verkauft, es hat dann gereicht.“

Aus der Schilderfabrik, die 1967 von Ludwigsburg an ihren heutigen Standort in Freiberg  umgezogen ist, ist längst eines der renommiertesten Unternehmen für industrielle Produktkennzeichnung wie Typenschilder und Etiketten und für Eingabesysteme, zum Beispiel Frontplatten und Touch Screens, geworden.

Der Weg zum Erfolg sei allerdings auch „ein gutes Stück harte Arbeit gewesen“, erzählt Steffen Theurer. Doch gerade dafür waren die Brüder Theurer beim Generationenwechsel im Alter von Anfang 30 sehr motiviert.

Dirk Theurer hatte nach dem Abitur sein Studium zum Dipl.-Wirtschaftsingenieur in Karlsruhe abgeschlossen und ist nach diversen Auslandspraktika 1998 in den Familienbetrieb gekommen. „Durch meine Studienarbeiten war ich schon sehr involviert in das Geschehen hier“, meint Dirk Theurer. „Ich hatte gleich das Bedürfnis, richtig mit anzupacken.“

Sein Bruder Steffen Theurer studierte Maschinenbau mit Schwerpunkt Informatik in Stuttgart und arbeitete anschließend in einer Informatikfirma in der Schweiz. Dort war er fünf Jahre Bereichsleiter und bekam 1998 das Angebot, als Teilhaber und Leiter des deutschen Standortes des schweizerischen Unternehmens tätig zu sein. „Finanziell wäre dieses Angebot sicher lukrativer gewesen, aber ich habe mich dann für den Familienbetrieb entschieden.“ Er habe das auch als Chance gesehen, die Weiterentwicklung des Unternehmens voranzutreiben und die Familientradition weiterzuführen.

So konnten die Brüder zusammen einen Neustart des Betriebes, der seit 1988 nach dem Ausstieg des Mitbegründers Albert Sommer als GmbH fungiert, umsetzen. Der Vater habe sie unterstützt, auch bei „unpopulären Entscheidungen hatten wir freie Hand.“

Dirk Theurer ist für die kaufmännischen Aufgaben zuständig, Steffen Theurer für die technischen Bereiche. „Eine Aufteilung, die sich gut bewährt hat.“ In den letzten 20 Jahren habe sich der Umsatz vervierfacht, obwohl die Anforderungen „inzwischen massiv gestiegen sind“.

Noch sind Gedanken über einen nächsten Generationenwechsel verfrüht. Innerhalb der Familie gebe es aber bereits genügend Nachwuchs mit großem technischem Interesse. Dem Beispiel ihres Vaters, möglichst frühzeitig die Übergabe an die nächste Generation zu regeln, wollen die beiden Geschäftsführer folgen: „Das war ein Erfolgsfaktor für unser Unternehmen“, stellt Dirk Theurer fest. Stand heute rechne man mit einer Fortführung des Unternehmens. „Aber wir müssen für einen soliden Übergang sorgen, das sind wir unseren Kindern und auch den Mitarbeitern schuldig.“

Zahlen und Fakten


Gründungsjahr: 1963
Firmensitz: Freiberg
Geschäftsführer: Dirk Theurer, Steffen Theurer
Mitarbeiter: 100
Ausbildung: Industriekaufmann/-frau, Industriemechaniker, Maschinenbediener, Siebdruck, z.Zt. zwei Azubis
Leistungsspektrum: Industrielle Produktkennzeichnung, Eingabesysteme

www.sommer.de