Ingersheim Verkehr: Zählungen in Ingersheim vorgelegt - Goethestraße stark befahren

Die Goethestraße in Richtung Tiefengasse in Ingersheim wird laut Zählungen immer stärker genutzt. Bei Messungen wurde ein Fahrzeug mit 71 Stundenkilometern gemessen.
Die Goethestraße in Richtung Tiefengasse in Ingersheim wird laut Zählungen immer stärker genutzt. Bei Messungen wurde ein Fahrzeug mit 71 Stundenkilometern gemessen. © Foto: Martin Kalb
Ingersheim / JÖRG PALITZSCH 27.06.2013
Eine Untersuchung in Ingersheim bringt es an den Tag: Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt führt zu einer starken Belastung der Nebenstraßen.

In Ingersheim wurde an einigen Stellen der Straßenverkehr genauer unter die Lupe genommen, über die Ergebnisse zeigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung wenig erfreut. Besonders auffällig sind die Forst-, die Neckar- als auch die Goethestraße. Straßen die parallel zur Ortsdurchfahrt Bietigheimer Straße verlaufen, auf der bekanntlich eine Begrenzung von 30 Kilometern - mit Blitzüberwachung - gilt.

Grundsätzlich zeigt die Erhebung ein hohes Verkehrsaufkommen in kurzen Zeitabständen. Völlig aus dem Raster fällt dabei die Goethestraße in Richtung Tiefengasse.

Dort wurden vom 17. Mai bis zum 10. Juni 2013 insgesamt 9768 Fahrzeuge gezählt. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen lag zu den Hauptverkehrszeiten an den Wochentagen von Montag bis Freitag von 7 bis 8 Uhr bei 50, von 11 bis 12.30 bei 40 und von 16 bis 18 Uhr bei 45 Fahrzeugen. Als maximale Geschwindigkeit wurden 71 Kilometer pro Stunde gemessen, die Geschwindigkeitsüberschreitungen - gemessen ab 36 Kilometern - lagen bei 6,75 Prozent.

In der Karl-Braun-Straße wurden vom 18. Oktober bis zum 16. November 2012 insgesamt 15.348 Fahrzeuge gezählt. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen lag von 17 bis 18 Uhr bei 66 Fahrzeugen. Viel Straßenverkehr wurde auch nach der Auswertung der gemeindeeigenen Geschwindigkeitsmesstafel dokumentiert. In der Neckarstraße zählte man innerhalb von vier Wochen 35.000, in der Forststraße 44.000 Fahrzeuge. Zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Abend passieren bis zu 300 Fahrzeuge pro Stunde die Messstelle.

Für Bürgermeister Volker Godel zeigen die Zahlen der Erhebung, die auch ins Internet gestellt werden soll, dass man mit der Umweltzone nun eine veränderte Situation vorfinde.

"Der Verkehr verlagert sich in die Wohnstraßen", so der Bürgermeister. Die aktuelle Erhebung soll dazu dienen, einen Vergleich zu einer Erhebung aus dem Jahre 2010 herstellen zu können.

In der Goethestraße sollen nun verstärkt Radarmessungen stattfinden, unterdessen erfolgte eine Auswertung des Blitzers an der Bietigheimer Straße. Der ist seit Ende Januar 2013 in Betrieb, bis zum 31. März wurden 6.000 Überschreitungen ausgelesen. Rund 5.500 mal gab es einen Verweis, rund 500 mal ein Bußgeld. Seit dem 1. April sind bereits weitere 4.000 Überschreitungen ausgelesen worden, ein Rückgang ist nicht zu erwarten. Und bei fünf Kontrollen wurden auf der Ortsdurchfahrt seit dem 1. Januar 2013 auch noch 39 Lkw kontrolliert, elf davon wurden wegen des herrschenden Durchfahrtsverbots beanstandet.

Bürgermeister Godel nahm in der Sitzung die Zählungen zum Anlass, nochmals seinen Unmut über das mutmaßliche Scheitern des Verkehrskonzeptes (die Bietigheimer Zeitung berichtete) kundzutun. Man habe im Verkehrsministerium keine schlüssige Begründung erfahren, warum weitere Verkehrsmaßnahme verwehrt werden. Insgesamt habe die Landesregierung ein "schwaches Bild" abgegeben und der Einsatz der Kommunen als auch der Abgeordneten nicht gewürdigt.

Wenn Bietigheim-Bissingen zur Umweltzone erklärt würde, und die laufenden Schadstoffmessung lassen laut Godel keinen anderen Schluss zu, werde der Ziel- und Quellverkehr der Lkw der Nachbarkommune wieder durch die Ortsdurchfahrten von Ingersheim und Pleidelsheim fahren. In zwei, drei Jahren habe man in puncto Straßenverkehr wieder den Stand wie vor 15 Jahren - also höchst belastete Ortskerne. Dies werde er so nicht hinnehmen verkündete der Ingersheimer Bürgermeister kämpferisch.

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