Kinderbetreuung Verein baut Kindergarten in Besigheim

Das Gebäude der früheren Druckerei Brett in der Lutzstraße in Besigheim. Der Verein „Itzebitz“ will es für die Zwecke einer Kindertagesstätte umbauen.
Das Gebäude der früheren Druckerei Brett in der Lutzstraße in Besigheim. Der Verein „Itzebitz“ will es für die Zwecke einer Kindertagesstätte umbauen. © Foto: Helmut Pangerl
Besigheim / Michael Soltys 31.07.2018

Einen „Glücksfall für die Stadt“ nennt Bürgermeister Steffen Bühler, was  „Itzebitz“ in Besigheim plant. Der gemeinnützige Verein, der in Großbottwar und in Murr bereits zwei Kindertagesstätten betreibt, wird sich in Besigheim ansiedeln. „Itzebitz“ mietet die Räumlichkeiten der früheren Druckerei Brett in der Lutzstraße und richtet sie für den Betrieb von fünf Krippengruppen und zwei Kindergarten-Gruppen her. Katrin Haberland, die pädagogische Vorsitzende des Vereins, und Verwaltungschef Johann Leitner sind optimistisch, die ersten Gruppen im September 2019 in Besigheim  in Betrieb nehmen zu können.

In den vergangenen Jahren hatte die Stadt Besigheim massiv in die Kinderbetreuung investiert. Das Kinderhaus am Wörth wurde neu gebaut. Neben der Friedrich-Schelling-Schule entstand die Kindertagesstätte Abenteuerland, wo der freie Träger „element-i“ Betreuungsplätze anbietet. In Ottmarsheim entstehen ebenfalls weitere Plätze. Und trotzdem geht es Besigheim so wie vielen anderen Kommunen: Es reicht einfach nicht.

Das wurde bereits im Mai deutlich, als der Gemeinderat über die Bedarfsplanung diskutierte. In Besigheim werden bis zu 90 weitere Betreuungsplätze benötigt. Nach den Berechnungen eines spezialisierten Büros stehen im Jahr 2020 für 40 Kinder unter drei Jahren keine Plätze zur Verfügung. Für Kinder von drei bis sechs Jahren fehlen weitere 49 Plätze. Das entspricht vier Krippengruppen und zwei Kindergartengruppen, zählt man die Kinder in der Tagespflege hinzu, sind es sogar fünf Krippengruppen.

Für den Verein „Itzebitz“ sind dies wesentliche Voraussetzungen, um das Projekt finanzierbar zu machen. Mit dem Beschluss des Gemeinderats wurde die künftige Kita in die Bedarfsplanung der Stadt aufgenommen. Dadurch hat „Itzebitz“ Anspruch auf den Zuschuss der Standortgemeinde. Das heißt: Besigheim bezahlt mindestens 63 Prozent der Betriebskosten für Kinder über drei Jahre und 68 Prozent für die Krippenkinder. Dafür allerdings braucht die Stadt keinen eigenen Kindergarten zu bauen.

Einen Finanzierungsvorschlag hat der Verein der Stadt bereits vorgelegt. Und auch der Umbau selbst wird bezuschusst, in diesem Fall vom Bund. Den entsprechenden Antrag hat der Verein bereits beim Regierungspräsidium in Stuttgart gestellt.

Baugesuch ist eingereicht

Bevor die neue Kita in Betrieb gehen kann, muss das ehemalige Druckereigebäude umgebaut werden. Die Konstruktion bleibt unangetastet. Um die Betreuung im Untergeschoss und im Erdgeschoss zu ermöglichen, müssen neue Fenster, Fluchttüren und Notausgänge eingebaut werde. Zur Höhe der Investition wollte Verwaltungschef Johann Leitner ebenso wenig Auskunft geben wie zum Umfang des Zuschusses. Im Laufe der Planung könnte es noch zu Änderungen kommen, sagte er, was auch die Finanzierung ändern würde. Das Baugesuch wurde bereits eingereicht. In etwa vier Wochen dürfte darüber entschieden sein, hofft Leitner. Mit der Ausschreibung sei bereits begonnen worden. Danach will der Verein so schnell wie möglich mit dem Umbau beginnen.

Bliebe da noch die Frage der Personalfindung.  Pädagogik-Vorstand Katrin Haberland ist zuversichtlich, Rückkehrerinnen in den Beruf und Praktikanten für die Arbeit in Besigheim gewinnen zu können. Um sich in dem schwierigen Umfeld behaupten zu können, hat „Itzebitz“ einen speziellen Personalentwicklungsplan aufgelegt, so Leitner.

Lange Erfahrung im Umgang mit Kindern

Itzebitz ist ein gemeinnütziger Verein, der Ende 2003 von damals lediglich zwölf Mitgliedern gegründet wurde und in einem Keller in Oberstenfeld mit der Betreuung von Kindern begonnen hat. Mittlerweile gehören dem Verein 284 Mitglieder an. In den beiden Kinder-Tagesstätten in Großbottwar und Murr werden 70 Männer und Frauen beschäftigt.

Den Beschluss ein eigenes Kinderhaus zu bauen, fasste der Verein im Oktober 2007. Danach wurde das Gelände in Großbottwar gekauft und umgebaut. Ende 2010 folgte dann der Entschluss in Murr ein zweites Kinderhaus zu eröffnen. Weil die Aufgaben wachsen, organisiert sich der Verein zu dieser Zeit zunehmend professionell. Die Vorstände arbeiten hauptamtlich, ein Aufsichtsrat wird eingeführt. Im Februar 2013 wird ein Förderverein eingeführt.

Das Itzebitz-Kinderhaus in Großbottwar besteht aus acht U3-Gruppen und drei Kindergartengruppen (130 Kinder). In Murr sind es vier U3-Gruppen und zwei Kindergartengruppen (120 Kinder). In Besigheim sollen ab September 2019 auf einer Fläche von 950 Qadratmetern innen und 500 Quadratmetern draußen fünf Krippengruppen und drei Kindergartengruppen eingerichtet werden. Der Kindergarten sei von 6 bis 19 Uhr geöffnet, kündigen die Betreiber an, die Betreuungszeiten können flexibel gebucht werden. Die Preise liegen zwischen 1,90 und 3,90 pro Stunde, je nach Betreuungsform und -umfang. sol

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