Baden-Württemberg Unwetter tobt über dem Kreis Ludwigsburg

Kreis Ludwigsburg / Jürgen Kunz 05.07.2018

Bis weit nach 22 Uhr waren die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim-Bissingen am Mittwochabend im Einsatz, nachdem gegen 16.30 Uhr massive Regen- und Hagelschauer auf die Stadt und den nördlichen Landkreis Ludwigsburg niedergeprasselt waren. In mehr als 50 Einsatzstellen „war alles dabei von Blitzschlag bis PKW in der Bahnunterführung mit eingeschlossenen Personen“, berichtete der Bissinger Abteilungskommandant Manfred Daub aus der bei der Bissinger Feuerwehr eingerichteten Koordinationsstelle gegenüber der BZ. Soweit verfügbar waren alle Aktiven der Bietigheim-Bissinger Wehr im Einsatz, man sei aber gut und ausreichend besetzt gewesen.

Autos von Wassermassen eingeschlossen

Mehrere Autos waren in der Unterführung am Bietigheimer Bahnhof von den Wassermassen eingeschlossen, und zwei  Fahrzeuginsassen mussten von der Feuerwehr befreit werden. Vermutlich durch einen Blitzschlag geriet der Dachstuhl eines Wohnhauses in der Großingersheimer Straße in Brand. Auch in Großingersheim schlug nach Auskunft der Polizei gegen 17.30 Uhr ein Blitz in ein Wohnhaus. Die Feuerwehren aus Ingersheim (vier Fahrzeuge, 32 Mann) und Bietigheim-Bissingen (zwei Fahrzeuge, 12 Mann) hatten aber die Rauchentwicklung schnell unter Kontrolle und gelöscht.

Durch die massiven Wassermassen musste in Bissingen zeitweise der Grotz-Tunnel gesperrt werden. Durch einen umgestürzten Baum auf den Gleisen zwischen Bietigheim und Tamm war dort der Zugverkehr für rund eine halbe Stunde gesperrt.

Komplette Fassade gelöst

In Großsachsenheim verursachte das Unwetter einen ungewöhnlichen Schaden: An einem Wohnhaus wurde die komplette Fassade an einer Hausseite gelöst. Stefan Ranzinger, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Bietigheim-Bissingen, berichtete gegenüber der BZ, dass an mehreren Stellen Wasser in die Schule eingedrungen sei, auch in die empfindliche Lernfabrik 4.0. „Doch dem Augenschein nach hatten wir Glück im Unglück: Das Wasser drang in einer Ecke ein, in der es keine sensible Elektronik gibt. Der Schaden wäre sicher erheblich gewesen, wenn das Wasser in die Produktionsanlage eingedrungen wäre“, so Ranzinger.

Bereits um 13 Uhr gab es in Korntal-Münchingen, Ditzingen und Gerlingen sintflutartige Niederschläge. Besonders betroffen war Korntal. Dort standen innerhalb kurzer Zeit Teile der Zuffenhauser Straße und der Talstraße bis zu einem halben Meter unter Wasser. Mehrere Autos blieben in den Fluten stecken und die Fahrer mussten ihre Fahrzeuge verlassen. Auf dem Gelände eines Autohauses liefen die Ausstellungsfahrzeuge voll und die Keller von Unternehmen standen bis zur Decke unter Wasser.

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